SHENZHEN
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TV-Kritik: Goodbye Deutschland  
"Haben Sie schon mal was genäht?"



Tränen, Eis und Teddybären. Seit zehn Jahren folgt die Sendereihe Auswanderern ins Exil
Während Shenzhen zur Golden Week die sprichwörtlichen Gehsteige hochklappt, zappen wir uns durchs aktuelle deutsche Kommerz-TV. Irgendwie muss man ja auch auf der Höhe bleiben, oder?

Die Stuttgarter Bankkauffrau Claudia (24) und der US-Gefängniswärter Anthony (28) wollen Kalifornien mit Kuscheltieren erobern. Erfahrung oder Kapital? Fehlanzeige. Ein Besuchstermin bei der Traditionsmarke Steiff ernüchtert, kann aber die beiden Abenteurer ebensowenig von ihren Plänen abbringen. Mit der Auswanderung verwirklicht sich Claudia, die sich vor der Landung in L.A. nochmal nachschminkt, einen Traum. Den aber bezahlt sie mit einem hohen Preis.

Marina del Rey, Kalifornien. Alessandro (40) und Stephanie (34) sind schon seit fünf Jahren im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch ihre Eisdiele mit 150000 Euro Startkapital läuft nicht mehr so gut wie zu Beginn, besonders im Winter braucht das Paar schon auch mal eine Finanzspritze von der Familie in Deutschland. Diese Famile, oder besser gesagt die geographische Distanz zu ihr, rührt Stephanie zu Tränen und stärken Zweifel über die Vorteile einer Auswanderung. Freizeit können sich die beiden Auswanderer ohnehin nicht leisten.

Leichte Unterhaltungskost für einen Fernsehabend an einem verregneten Wochentag zu Chinese New Year. Mit Pathos, Tränen und dem süffisanten Kommentar aus dem Off. Besonders wenn's emotional wird, hält die Kamera wie immer feste drauf. Und dennoch: Kalifornien mag noch so weit weg von China liegen, in die Troubles der Auswanderer hineinversetzen kann man sich als Shenzhen-Expat allemal.

Wie riet Claudias Großvater beim tränenreichen Abschied am Airport Frankfurt? "Laufen lassen, alles was fließt, ist gut."

Die ganze Folge als Stream

Quelle: Team shenzhen.pro     Kommentare: 0
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