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Learning to fly   guter beitrag schlechter beitrag
Comme
24-jul-04
Hallo Forum,
ich habe eine Frage, die an alle diejenigen geht, die in Deutschland Chinesisch gelernt haben oder gerade dabei sind, dass zu tun.
Wie weit wart ihr nach einem Jahr?
Ich lerne seit etwa einem Jahr wirklich ziemlich intensiv Chinesisch, habe aber das Gefühl, dass ich nicht so recht weiter komme...das liegt natürlich daran, dass man sich nur wenige Zeichen, die nicht ständig vorkommen, behält. Zumindest bei mir ist das so!
Also, um es etwas abzukürzen, ich würde mich weder in eine Konversation mit einem Chinesen wagen noch einen richtigen Text, meinetwegen aus einer Zeitung lesen können...ich habe ja eine Engelsgeduld, aber ich frage mich manchmal ob ich Fehlerl beim Lernen mache, die Systematik betreffend.
Andererseits nehme ich ja an der Uni an einem Kurs teil, der ja, so vermute ich jedenfalls, einigermaßen standardisiert sein müsste.
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Wie lange dauerte es bei euch, bis ihr ein bisschen Sicherheit erlangt hattet?

Danke für jede Antwort
 
 
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xiaojo
24-jul-04
Vergiss die Uni und komm nach China. Chinesisch lernt man nur in China selbst. Ich weiss das alle an den Zeichen festhalten. Vergiss auch die Zeichen lern Pinyin und Töne und wenn du irgendwann mal einigermassen flüssig bist und die Töne triffst dann kannst du die Zeichen passiv lernen.

Das Schreiben von Zeichen ist jedenfalls ziemlich unwichtig da es ueber PC ganz einfach ist die Zeichen zu bekommen, wenn man sie passiv kennt.
aber nicht schreiben kann.

Ich bin auf dem Weg wo ich langsam mich ein wenig unterhalten kann. Je nach dem welches Thema und ob ich und er mich sich verstehen. Ist manchmal etwas heikel mit den Dialekten in China.

PS.: tauch ab im Land, vermeide jeglichen Kontakt zu Deutschen, Ausländern, Chinesisch lernst du nicht in der Laowaikneipe. Wohne in einer Chinesischen Familie.
 
 
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Comme
24-jul-04
Danke, Xiaojo, für deine Antwort.

Es wäre super, wenn noch mehr Leute auf den Beitrag reagieren könnten..., es wäre wichtig für mich, da ich für das nächste Semester entscheiden will, wie ich weiter lerne.
Habt ihr auch die Erfahrungen wie Xiaojo gemacht, dass das Zeichenlernen eigentlich erstmal recht überflüssig ist...?
Nur Mut, äußert euch.
Gibt es überhaupt jemanden, der in Deutschland Chinesisch gelernt hat, womöglich an der Uni, und so halbwegs akzeptabel Konversation betreiben und/oder lesen kann?
 
 
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Chinchi
24-jul-04
Hallo Comme,

ich habe an meiner Uni auch einen Kurs in Chinesisch belegt, jedoch entsprach dieser nicht meinen Erwartungen. Ich schließe mich Xiaojo an: Wenn du die Sprache wirklich lernen willst dann geh in das Land! Das ist unersetzbar. Ich habe diese Erfahrung mit anderen Sprachen gemacht! Ich fliege deshalb auch nächste Woche nach China. Kann dir ja danach sagen, falls es wider Erwarten nicht so erfolgreich gelaufen ist (bez. Sprache lernen)
Ausserdem: Die Kultur eines Landes erfährst du am besten vor Ort, und Kultur und Sprache hängt ja sehr eng beieinander!
 
 
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BelaBee
24-jul-04
Ich war zu Anfang von den Kursen in DEutschland enttäuscht, muß aber sagen, daß sie mir einen ersten, sehr wichtigen Zugang zur Sprache vermittelt haben. Bestimmte Satzkonstruktionen, "grammatische" Wendungen usw. lassen sich oft am Besten von jemandem erklären, der selbst Deutsch zur Muttersprache hat. Wenn du einen chinesischen Lehrer fragst, weshalb er eine Konstrution nun plötzlich ganz anders anwendet, als er dir eben noch erklärt hat, kommt häufig: "Es gibt kein Warum." Ich habe dann später einen ersten Durchbruch bei einem 2-wöchigen Intensivkurs in Beijing erlebt. V.a. was den Abbau der Sprachbarriere angeht. Ansonsten stimme ich Xiaojo absolut zu. Chinesisch lernst du nur in China und die Zeichen sind zwar nett, aber solange du keine Liebesbriefe schreiben und etwas tiefer einsteigen willst, kannst du sie erst einmal ignorieren. Wenn du die Zeit und das Geld hast: Intensivkurs und danach in eine Familie, die weit weg ist von SHA, Beijing u.a. Metropolen.
 
 
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Comme
24-jul-04
Es ist klar, dass man "am besten" die Sprache lernt, und am schnellsten, wenn man in dem Land selbst ist, ich habe die Erfahrung auch selbst gemacht, das Problem ist nur, dass ich erst mal nicht werde kommen können, es dauert noch mindestens ein Jahr, mindestens. Und bis dahin hatte ich mir eigentlich in den Kopf gesetzt, mich zumindest verständigen zu können. Ich will die Zeit auf jeden Fall nutzen!
Der Unterricht an der Uni ist nicht unbedingt enttäuschend, er ist sehr intensiv, weil das der Sprachkurs für Sinologen ist, aber der Eindruck bleibt, man lernt Zeichen, kann sie eine Woche lang und hat sie dann wieder vergessen und Konversation machen wir eigentlich gar nicht.
Ich habe mich auch schon mal gefragt, ob ich mir mal einen Sprachpartner suchen sollte, habt ihr damit Erfahrungen gesammelt?

Vielleicht mach ich mal nen Aushang!

Danke für eure Antworten
 
 
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Chinchi
24-jul-04
Das ist eine gute Idee! Hab nur positive Erfahrungen damit gesammelt. Vor allem lernst du so (chin.) Ansichten, die dir ein deutscher Lehrer nicht geben kann. Will sagen: Man lernt eine Sprache erst wirklich verstehen und dann sprechen, wenn man die Ansichtsweisen/Einstellungen der Landsleute kennt, weil sich sowas sehr oft in einer Sprache niederschlägt.
Oder gibt es da andere Meinungen?
 
 
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xiaojo
24-jul-04
@Belabee hat ganz recht. Natürlich ist der beste Lehrer ein Deutscher der Chinesisch beherrscht. Allerdings gilt das nur für das Erklären der Grammatik, die im Chinesischen wirklich nicht so schwierig ist.

Ich kenne persönlich nur ganz wenige Ausländer, die die Töne perfekt treffen.

@beginner das erste Jahr ist hart. Du kommst dir vor wie ein Schulkind in der ersten Klasse... du verstehst nix und irgendwann -so wars bei mir- kriegst de ne Wut im Bauch... Mir hat im Prinzip nur meine chin. Freundin wirklich richtig geholfen bzw. hilft mir ;-)
Meine Töne sind im Prinzip in einer freien Konversation nur 30% existent. Das setzt einen aktiven Chinesischen zuhörer vorraus der Gedult hat mich zu verstehen. Bei mir warens die Eltern meiner Freundin. Wirklich schlimm was die von mir so aushalten mussten... ;-)
 
 
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BoSeLeCtA
27-jul-04
Bin grad an der Zhejiang Daxue und vertiefe hier meine Chinesischkenntnisse. Meine Lehrerin spricht nur Chinesisch mit mir. Sie lehnt es ab, mir Sachen in Englisch zu erklaeren. An Anfang dachte ich, dass ich das nie durchstehen koennte, doch ich habe eingesehen, dass nur das der beste Weg ist. Mittlerweile verstehe ich viel und kann mich einigermassen gut aeussen. Daher mein Vorschlag an Jeden: Geht nach China und lehnt jeden Kontakt zu Auslaendern ab. Nur so lernt man die Sprache gut. Das mit den Zeichen kommt mit der Zeit von ganz allein. Wenn man sich einigermassen sicher im sprechen ist, lernt man die Zeichen automatisch mit, denn die Wissbegier ist gross. Viel Glueck und Erfolg beim lernen.

ez selesao
 
 
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Comme
31-jul-04
Ok, das sind ja ziemlich radikale Vorschläge, die ihr da macht, "lehnt Kontakte zu Westlern" ab...
Also, habe ich das richtig verstanden, ihr habt also erst mal nur Pin yin gelernt und keine Zeichen. Ich glaube, dass die Sinologen die Zeichen alle lernen und das habe ich bisher auch getan, aber vielleicht ist das wirklich ein bisschen übertrieben, es ist ziemlich undankbar.
Na, ich versuch mal mein Glück weiter...
 
 
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Comme
31-jul-04
Ach noch was:

Re-rewind...when the crowd say Bo Selecta!!
 
 
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rontom
01-aug-04
Hi Comme!

Also nach einem Jahr sah's bei mir auch noch so aus, dass ich keine Konversation betreiben konnte. Nach zwei Jahren war das schon ganz anders.

Ich bin im Gegensatz zu einigen Vorrednern der Überzeugung, dass die Zeichen sehr wichtig sind. Denn bald kommen Worte die gleich ausgesprochen werden und wenn Du dann nicht die unterschiedlichen Zeichen dazu im Kopf hast, wird es sehr verwirrdend. Und man will ja nicht Analphabet bleiben und dann denke ich, es ist am einfachsten die Zeichen immer gleich mitzulernen. Wegen dem Vergessen: Einfach noch mehr widerholen. Ein paar Vergessene sind ja auch nicht schlimm.

Es ist jedenfalls meine Erfahrung, dass die, die sagen sie wollen erstmal nur Pinyin lernen, es nicht packen. Das wäre umgekehrt, wie wenn ein Chinese sagt, er will im Deutschen erstmal nur die Schrift anhand des Schriftbildes lernen und mit der Aussprache noch warten. In den Zeichen steckt ja oft ein Sinn.

Und genau dies wäre mein Lerntipp: Lern die Bedeutung der 214 Radikale, denn dann hast Du es einfach, inhaltliche Zusammenhänge festzustellen oder ansonsten Eselbrücken zu bauen.

Ich glaube Dein Weg erst mal Sprachkurs zu besuchen ist gut, wenn Du dann nach ein paar Semestern nach China gehst, kannst Du auf dieser Grundlage schnelle Fortschritte erzielen.

Viele Grüße,

Rontom
 
 
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HumphreY
01-aug-04
Leute, die die chinesischen Zeichen nicht lernen, werden nie die bildhafte Schönheit eines chinesischen Buches begreifen.
 
 
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BoSeLeCtA
05-aug-04
@Comme

Double E, Skibadee!! :-)
Keep it rollin'.

es selesao
 
 
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Comme
07-aug-04
@Rontom
Danke für die Antwort, das baut auf!

Weiß jemand, wo man Vokabellisten des "Practical chinese Reader III" herbekommt, aus dem Internet versteht sich, und nicht sagen, ich soll einfach unter Google gucken... Die ersten beiden Bände sind ja leicht zu finden.
Hat jemand generell Erfahrungen mit der "Practical Chinese Reader" Reihe gemacht?
@Boselecta
Wit a littal bit'o luck, we can make it thru tha nite...
 
 
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kleiner Prinz
07-aug-04
@Comme
...wenn's tatsaechlich dieser vierbaendige Schmoeker von der Central Peking Press sein sollte (gruener Einband) und da die Figuren "Gubo" und "Palanka" auftauchen, kann ich nur abraten. Damals (1986-88) haben wir damit in Bonn Sinologie angefangen. Nur: DAMALS gab's nix anderes. Das es in Englisch geschrieben ist, ist noch nicht so schlimm, aber keine Zeichenerklaerungen (die 214 Radikale...) und inhaltlich voellig praxisuntaugliche Texte machen es nicht gerade zum heissen Tip. Falls man aus den Vokabellisten die unnoetigen Vokabeln rausschmeissen kann, dampft man den Wortschatz dann gleich um gut 2/3 ein...
Waere auch an modernem, praxisorientierten Vokabellisten sehr interessiert.

Vielleicht koennten heutige Sinologiestudenten hier auch 'mal kurz ihre Lehrbuecher mit Kurzkritik vorstellen ?!

Achso: Kann HumphreY und rontom zu ihren postings nur Recht geben. Habe leider nie die Radikale in ihrer Bedeutung gelernt, auch ist mir die Symbolik, Einpraegsamkeit und die simple Schoenheit vieler Zeichen nur erst durch muehsame ethymologische Buecherwaelzerei klar geworden. Das bedaure ich heute sehr. Fast bin ich versucht Chinesisch ganz von vorne wieder zu lernen.
 
 
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Comme
07-aug-04
@Kleiner Prinz

Ich meine, im Grunde bin ich ja ein "heutiger Sinologiestudent". Ich studiere zwar keine Sinologie, aber ich nehme ja an dem Chinesischkurs der Sinologen teil, und da arbeiten wir eben mit dem Werk das du beschrieben hast. Ich finde das jetzt auch nicht unbedingt grandios und man lernt auch irgendwie ein bisschen stumpfsinnig vor sich hin. Und wenn ich höre, dass man zu deiner studentenzeit schon damit gearbeitet hat, dann krieg ich schon wieder das Grausen, da gibt es doch heute sicher bessere Sachen, das kann doch nicht sein!
Insofern kann ich deine Aufforderung nur unterstützen, was ist mit Lehrwerken, die sich mehr mit den Zeichen beschäftigen, also einen intelligenteren Zuganz zu der Sprache suchen...?
 
 
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kleiner Prinz
07-aug-04
@Cromme
...mich graust es wirklich zu hoeren, dass Ihr damit noch heute gequaelt werdet ! Habe mir im Laufe der Jahre ein paar Buecher zugelegt, die einen Zugang zum tieferen Verstaendnis der Zeichen liefern. Bin allerdings gerade auswaerts. Die Literaturtips meinerseits dafuer liefere ich in den naechsten Tagen nach.
Habe auch immer wieder mit dem Gedanken gespielt, selber so ein Buch zu machen (Ziel: Gucken, der Groschen faellt und NIE wieder wird ein gelerntes Zeichen vergessen). Leider fehlte immer die Zeit und auch das finanzielle Polster soetwas konkret zu planen und in die Tat umzusetzen.
Fuer Freunde habe ich 'mal ein DIN-A4-grossen Kurzlernkurs (nur Pseudo-Pinyin) fuer die ersten paar Tage entworfen. Klappte ganz gut.
 
 
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anfaenger
09-aug-04
ich habe bisher nur im alltag in china gelernt chinesisch zu sprechen...ohne pinyin. habe einfach die woerter nachgesprochen oder sie mir in deutschen lauten aufgeschrieben. aber nach einem jahr kann ich mich bereits sehr gut verstaendigen,d.h. mit der ayi, mit handwerkern oder taxifahrern auch mal etwas mehr reden und erklaeren. ich bin mir sicher, dass sich das nicht immer toll anhoert und der sinn der woerter sich eher aus dem kontext als aus meiner aussprache ergibt...aber wie gesagt, habe keine probleme. werde mich jetzt auch langsam an die zeichen "heranmachen"....
 
 
(thread closed)

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