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Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
einem Ausserirdischen
04-mai-03
"Fakt ist nunmal, dass du ab 5 Jahren China fast keinen Arbeitgeber mehr finden wirst der dich im Heimatland mehr anstellen will", spricht Babaloo unlängst im Was-ist-an-Shanghai-schön-Thread.

So. ich hätte jetzt gerne gewusst, inwiefern diese Behauptung der Realität entspricht. Gibt es tatsächlich eine Deadline, nach deren Ablauf man für europäische Arbeitgeber uninteressant wird? Wenn ja, warum? Es heisst doch immer, man sollte seinen CV mit möglichst viel Auslandserfahrung ausstatten. Bitte um Meinungen!!!
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
Millionaer
05-mai-03
vielleicht weil viele expats, die lange im Ausland waren und dann heimkehren nur eines wollen...wieder raus!

Ausserdem werden viele hier versaut: Status, Knete, Reisen, Unabhaengigkeit im office (Boss ist weit weg...) und so weiter.

Wichtige Entwicklungen im Heimatsland werden verpasst.
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
gauss
05-mai-03
Es kommt darauf an was man vor den fuenf Jahren in Shanghai gemacht hat und natuerlich welchen Beruf man ausuebt. Wenn man den groessten Teil seines Berufslebens im Ausland war, hat man es schwer in Deutschland einen Job zu bekommen. Und wenn man einen bekommt, dann ist es einer mit Auslandsbezug, d.h. mit der staendigen "Gefahr" wieder ins Ausland geschickt zu werden. Hier ist natuerlich "Gefahr" eventuell auch mit "Chance" zu ersetzen.

Es gibt auch durchaus Arbeitgeber, die Leute wie uns nicht anstellen, weil sie befuerchten, dass wir bei erstbester Gelegenheit wieder ins Ausland abhauen. Da haben wohl manche ihre Erfahrungen gemacht.

Eine Deadline gibt es meiner Meinung nach jedoch nicht, da es wirklich von deinen spezifischen Eigenschaften abhaengt: Beruf, Alter, bisherige Jobs, etc.!
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
zola
05-mai-03
5 Jahre sind lang, auch 2 Jahre sind lang. Man ist ist einfach weg, hat selbst deutscher Nachrichten keine Ahnung mehr. Geht man selbst und wird nicht von einer Firma ins Ausland geschickt, muss man - um dann gut zu sein - die entsprechenden Qualitaeten lernen: Sprachen, Kultur, Business-Umgangsformen...
All zu oft gehen Leute nach Shanghai, die das große Glück danach in D erwarten. Momentan ist es vielleicht noch ganz cool in Shanghai gewesen zu sein.
Aber man verdient damit nur in D, wenn man was kann. Also versuche Deine Erfahrungen zu bündeln und einen Weg zu finden, der Deine Erfahrungen fordert.
Kurz und gut, 5 Jahre in Asien muss man irgendwie durch neue Qualitäten begründen können. Das können aber durchaus vollkommen neue sein.
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
Chinapaddler
05-mai-03
"Kurz und gut, 5 Jahre in Asien muss man irgendwie durch neue Qualitäten begründen können. Das können aber durchaus vollkommen neue sein."

Das ist, denke ich, der Kernsatz.Ich war in Deutschland bei einem kleinen Unternehmen, bei dem Auslandsaufenthalte sehr hoch bewertet wurden - dementsprechend reichlich Erfahrung gab es bezueglich der Vorteile (hauptsaechlich hohe Offenheit, Flexibilitaet und Selbstaendigkeit, aber eben auch) "Nebenwirkungen".

So die "Abhaugefahr" - habe dereinst eine Dame angestellt, die aus Afrika zurueck kam, schon bei der Vorstellung habe ich gesagt, dass ich (privat) eigentlich noch nie einen Afrikarueckkehrer erlebt haette, der nicht irgendwann wieder den Rappel gekriegt haette. 5 Monate spater war sie wieder weg ;-).

Bei sehr langen Aufenthalten mit auslaendischen Verwurzelungen (z.B. Ehepartner)wird besonders kritisch auf die Gesundheit geschaut: Warum will jemand ploetzlich wieder zurueck?

Weiterhin stellt sich bei langen Aufenthalten in einem Land immer die Frage, wie gut die Rueckkehr gelingt: Schon angesprochen sind die Punkte Einordnen in Hierarchien, "deutsche" Verbindlichkeitsmassstaebe und nicht zuletzt die Frage des Geldes!!

Die Bewertung von Auslandsaufenthalten hat sich bei mir persoenlich durch den eigenen eher erhoeht den verringert. Haeufig herrscht aber eher Misstrauen. Ich habe diesen Widerstand gegen Rueckkehrer mal zugegeben drastisch "die Rache der Daheimgebliebenen" genannt... . Drauf muss man vorbereitet sein und ggf. seine Ansprueche ueberdenken.
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
xiaojo
05-mai-03
ich bin ja nur ein kleiner Student doch trotzallem habe ich in meinem Praktikum schon mehrmals mit den Expats gesprochen. Aus den Gesprächen schloss ich folgende Dinge.

1. unterzeichne niemals einen lokalen Vetrag, versuche viel mehr einen Expat Status zu bekommen. Der lokale Vertrag ist unannehmbar fuer uns Deutsche. wenig Geld und Ferien. Keine Versicherungen usw.

2. nach mehr als 3 Jahren hast du es sehr schwer in Deutschland wieder einen Job zu bekommen.

3. ein 3jaehriger Expataufenhalt ist auch eine Art Karriere boost. i. d.R. verbringen die Expats 3 Jahre im Ausland und werden zurueeck in der Heimat befoerdert.

4.Kurz nach Beendigung des Studiums sollte man fuer 2 Jahre in Deutschland arbeiten und danach als Expat nach China gehen. Es macht keinen Sinn direkt nach dem Studium nach china zu gehen.


Das sind alles meine Einschaetzungen von Gesprächen mit den Expats von Metro ltd.
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
gauss
05-mai-03
Xiajo's ersten Punkt moechte ich etwas hinzufuegen: Es gibt durchaus Berufe, die in Deutschland seit Jahren nicht sehr gefragt sind. Ich kenne Leute, die daher in China einen lokalen Vertrag mit deutschen Firmen unterzeichnet hatten. Die Bedingungen waren zwar nicht mit dem ueblichen expat-Vertrag zu vergleichen, waren aber trotzdem besser als in Deutschland. Nach ein paar Jahren ist es dann auch einigen gelungen einen expat-Vertrag zu bekommen - allerdings bei anderen deutschen Firmen. Der lokale Vertrag kann also durchaus ein sinnvoller Einstieg in die Arbeitswelt sein. Ich wuerde ihn nicht grundsaetzlich ablehnen.
Xiaojo's restlichen Punkten stimme ich zu.
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
Chinapaddler
05-mai-03
@xiaojo

mag fuer Metro stimmen, kann aber nicht uneingeschraenkt zustimmen und ich bin in diesem Bereich taetig:

zu 1: Never say never - unterzeichne den Vertrag, der Dir gerade in Deiner Situation fuer Deine Ziele hilfreich und angemessen erscheint!

zu 3: Das mit dem "Boost" ist leider Legende - die Statistik sieht anders aus. Auslandserfahrung ist wertvoll, mehr nicht. Wer NUR um der Karriere Willen ins Ausland geht, kann boese Bauchlandungen erleben.

zu 4: Ein wenig wie 1: Wer versucht nach Schema F Karriere zu machen wird schliesslich auf einem Schema F-Job enden! Wach bleiben, Gelegenheiten erkennen, eigene Potentiale einschaetzen lernen und (dies zu den 2 Jahren) Geduld haben, diese angemessen zu entwickeln - dann hat man zumindest relle Chancen SEINEN Weg.
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
gauss
05-mai-03
In vielen grossen Firmen ist Auslandserfahrung Voraussetzung fuer eine Karriere. Allerdings wird man nicht unbedingt wegen seiner Auslandserfahrung auf die Karrierschiene gesetzt, da gebe ich Chinapaddler recht. Eher umgekehrt: Wenn man in D auf dem Weg nach oben bist, wird einem nahegelegt, auch mal ein paar Jahre ins Ausland zu gehen, damit es weiter nach oben gehen kann. Diese Leute haben dann allerdings auch keine Probleme mit dem "Wieder in Deutschland arbeiten", dem eigentlichen Thema dieses Threads.
Fuer Leute, die neben der Karriereschiene stehen: Manche Firmen honorieren einen Aufenthalt im Ausland mit einer Befoerderung nach der Rueckkehr. Andere Firmen nicht. Habe persoenlich beides erlebt.
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
Chinapaddler
05-mai-03
@Gauss:
Schlicht auf den Punkt gebracht! :-)
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
Jascha
05-mai-03
Perspektiven nach Rückkehr aus D? wer könnte mir helfen??? ich bin wäre sehr dankbar.
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
gauss
06-mai-03
@
Jascha. Interessante Frage! Habe da aber nicht so viel Erfahrung.

Wie das mit lokalen Firmen aussieht, kann ich dir nicht sagen.

Bei internationalen Firmen: Es ist schwer als Chinese einen expat-Vertrag zu bekommen. Diejenigen, die ich kenne, haben die deutsche Staatsbuergerschaft, haben in D studiert und jahrelang in D gearbeitet.
 
 
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Jabbapremium member
06-mai-03
Dem Punkt mit dem Local Contract kann ich nicht zustimmen. Der Vertrag ist sicherlich anders gestaltet als ein Expat-Vertrag, aber wirklich schlechter kommt man dabei nicht weg. Man sollte vor allem beruecksichtigen, dass man allein aufgrund der steuerlichen Situation enorme Vorteile gegenueber Deutschland hat. Ob man nun mit Expat oder Local Contract arbeitet ist dann sekundaer - man verdient ohnehin mehr.
Nun aber zum eigentlichen Punkt: Perspektiven
Wenn ich die momentane Situation auf dem Arbeitsmarkt in D verfolge, haben wir es hier nicht schlecht. Wir muessen lediglich zwischen Arbeitslosigkeit in D und SARS hier entscheiden :-))
Was einem hier geboten wird sind Erfahrungen, die man zu Hause nur sehr muehsam und nach langer Zeit erwerben kann:
- Teamleitung
- Projektmanagement
- Mitarbeiterfuehrung
- andere Denkansaetze (chinesischer deutscher Denkansatz!!!)
- uvm.
Von anderen Dingen wie Sprache, Verstaendnis, Kultur moechte ich gar nicht reden.
Man signalisiert seinem Arbeitgeber zudem, dass man sich fuer seine Fa. auch einsetzen will. Ein halbes Jahr im Ausland mag fuer viele spassig sein, aber je laenger es dauert, desto besser sollte man es sich ueberlegen. Wenn man zusaetzlich die aktuelle SARS Situation mit einbezieht, kann man auch daraus viele positive Erfahrungen ziehen (Krisenmanagement etc.).
Um das mit der Rueckkehr noch ein wenig zu entschaerfen: Du weisst selbst am besten, wann Dein Vertrag hier auslaeuft. Du kannst Dich also vorbereiten und Verhandlungen fuehren. Ggf. gibt es auch hier deutsche Firmen, die Dich als Berater in D haben moechten, da Du die Verhaeltnisse vor Ort kennst und vielleicht sogar die so wichtigen Connections hast. Dafuer heissts aber: RAUS aus dem goldenen Kaefig!

CU

Jabba
 
 
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Heiko Mell
06-mai-03
Am wertvollsten sind berufliche Auslandserfahrungen, die schon ein paar Jahre zurückliegen

Auslandserfahrung ist das Salz in der Suppe umfangreicher Berufspraxis. Aber: Keine Suppe verträgt "Salz pur"

Nachzulesen bei:
http://www.ingenieurkarriere.de/bewerberservice/karrieremagazin/heikomell/k-beratu.asp
(ueberaus empfehlenswert auch fuer Nicht-Ingenieure)
 
 
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Jascha
06-mai-03
@ gauss
vielen Dank für deine Tips.
 
 
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xiaojo
06-mai-03
meine liste war natuerlich genereller Natur. Ich denke es haengt sehr stark vom Einzelfall ab. Nicht jede Firma ist gleich, nicht jeder Mensch denkt genau wie alle anderen. Massstäbe verändern sich ja sowieso ständig. Ich denke das jeder Recht hat.
 
 
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Babaloo
07-mai-03
Im wesentlichen stimme ich genau den Argumenten von Millionär und Zola zu. Genau das entspricht auch meiner Erfahrung.

Dass die Bereitschaft im Ausland tätige in Deutschland einzustellen geringer wird, habe zum einen bei Freunden im Ausland erlebt, die alle ab 1-2 Jahren einige interessante Angebote erhalten haben (karriereboost), nach etwa 5 Jahren aber überhaupt keine mehr.
Natürlich läßt sich das nicht als deadline fassen (4,9 J. jetzt aber schnell nach Hause :) ), aber ca.

Ich habe auch schon Expats getroffen, die sich mehr oder weniger deshalb im Ausland niedergelassen haben, weil sie keinen ihrer Position entsprechenden Job mehr bekommen haben in Deutschland und eben keine Abstriche machen wollten. Leider trauern einige dem verpassten Absprung später nach.

Was ich bei den Geschäftsführern oder Personalern gehört habe, ist zu dem bereits gesagten auch folgender Vorbehalt:

Die Angst, den Mitarbeiter in wichtiger Position nicht dauerhaft binden zu können. Über 15% der Expats wechseln Ihren Arbeitgeber innerhalb den ersten 2 Jahre, 30% nach 5 Jahren. Gründe sind meistens, dass das Unternehmen die im Ausland erworbene internationale Kompetenz nicht für sich verwerten kann und keine enstprechende Stelle schafft, weshalb der Expat frustriert abzieht.

Trotzdem ist Auslandserfahrung natürlich ein asset, den jeder Personaler sehen will, aber nach einer gewissen Dauer übersteigen deren Vorbehalte den Nutzen der Erfahrung. Man muss sich immer voir Augen halten, dass Auslandserfahrung neben Sprachkenntnissen zwar den Nachweis birgt, dass man selbständig arbeiten kann, anpassungsfähig, mobil und flexibel ist. Aber nach einer gewissen Zeit ist gut und dann sollte man seine Zeit dort schon durch zusätzliche Qualifikationen anreichern können, wie Zola schreibt.

Generell schade eigentlich......aber viele wollen ja auch gar nicht wieder nach Deutschland :-)
 
 
aw: Perspektiven nach Rückkehr aus China   guter beitrag schlechter beitrag
Jabbapremium member
08-mai-03
@Babaloo
generell kann ich Dir zustimmen. Speziell, dass Expats ein gewisses "Verfallsdatum" aufweisen ist nicht von der Hand zu weisen. Aber auch hier haengt es davon ab, was der Expat im Ausland macht und wie er sich weiter entwickelt. Wenn er sich hier nach einiger Zeit zum General Manager aufschwingt, ist er sicherlich auch in der Heimat gerne gesehen.
Im Punkt mit dem Personaler und seiner frustrierenden Bilanz mit Expats muss ich allerdings sagen, dass, ohne jetzt polemisieren zu wollen, viele dieser Personalverwalter ueberhaupt keine Ideen bei der Gestaltung eines Arbeitsplatzes in D haben. Eine Quote von 15% nach zwei Jahren finde ich zudem geradezu laecherlich. Und 30% nach 5 Jahren ist nun wirklich nicht der Brueller. In diesem Zeitraum durchlaufen viele Firmen zwei Restrukturierungszyklen und lassen dabei oft wesentlich mehr Federn als 30% der Expats. Da geht es dann um Entlassungen bzw. Umstrukturierungen in diesen Groessenordnungen. Wer von Euch im Hightech Segment taetig ist, wird das leicht nachvollziehen koennen. Dort ist ein Job eher als Projekt mit definiertem Ende und nicht als Aufgabe fuer den Rest des Lebens anzusehen. Diese Zeiten sind vorbei, haben sich aber noch nicht zu allen Personalverwaltern herumgesprochen.
Um wieder die Kurve zum eigentlichen Thread zu kriegen: als Expat sollte man auch einen Wechsel des Unternehmens nach seiner oder zur Rueckkehr nicht ausschliessen.

CU

Jabba
 
 
(thread closed)

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