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Ist eine Diktatur doch besser für China?   guter beitrag schlechter beitrag
Kosmopolitin
03-jul-07
Ich weiß, ich weiß, die Diktatur hat, insbesondere für Deutschland, immer einen negativen Nebengeschmack. Persönlich finde ich auch, dass eine Demokratie die legitimierteste Staatsform ist. Aber in der Realität spielt der Pragmatismus eine große Rolle und oft lässt sich das, was man in die Praxis umsetzen KANN, nicht mit Ideologien verbinden. Deswegen finde ich, dass, wenn die jetzige Regierung sich weiterhin darum bemüht die Kluft zwischen Arm und Reich zu schließen (was sie zwangsläufig tun muss, um soziale Umruhren zu vermeiden), eine Diktatur doch besser für China.

Meine Argumente dafür sind:

1.) China ist zu bevölkerungsreich, um wirklich immer einen Konsens zu finden. -> Die Gefahr der Unruhren ist sehr groß und wenn China politisch instabil wird, wird das falate Folgen für den Rest der Welt geben. (Aber da kann man natürlich auch entgegnen, dass es in Indien doch auch funktioniert.)

2.) Die meisten von uns sind nicht an Politik interessiert. Das Ganze kann sich ganz schnell wieder in eine Scheindemokratie ausarten. Da kann man sich's doch gleich sparen, das System umzustellen.

3.) Ein starkes Glied an der Spitze ist effizienter als wenn man sich noch zusammensetzen und die entsprechenden Problemen durchdiskutieren muss.

Na ja, mehr Argumente fallen mir jetzt nicht mehr ein. Es gibt natürlich auch viele Gegenargumente, aber unterm Strich finde ich doch, dass die Diktatur nicht zwangsläufig etwas Schlechtes bedeuten muss. Voraussetzung ist nur, dass sie betimmte Regeln beachten muss.


Bin gespannt auf eure Meinungen zu dem Thema. : )
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für Chin   guter beitrag schlechter beitrag
toni_hamburgo
03-jul-07
Ich bin weder Politologe noch Asienexperte, aber ich meine dass die bis heute vollzogene schrittweise Öffnung unter zentraler Leitung China gut getan hat. Es gab weder einen wirtschaftlichen Kollaps wie zB in der ehemaligen Sowjetunion noch ethnische Konflikte wie zB in Jugoslawien, das hätte sich eventuell bei einer zu schnellen Öffnung oder zu großzügiger Auslegung von provinzialen Freiheiten anders darstellen können.
Ein Ungleichgewicht besteht immer und überall auf der Welt wo zB eine Provinz mit intakter Infrastruktur und starkem wirtschaftlichen Wachstum (Industrieregion) sowie reine Agrarregionen aufeinander treffen, es bedarf einer starken ? und meines Erachtens absolut zentralen anstatt dezentralen ? Führung um solche Ungleichheiten auszugleichen.
Und was die privaten Freiheiten anbelangt, zB ich weiß nicht ob das so toll wäre wenn 1,3 (offiziell) ? 1,6 (real) Milliarden frei reisen dürfen, dh das eigene Land würde ausbluten während alle anderen kollabieren.
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für Chin   guter beitrag schlechter beitrag
HumphreY
03-jul-07
Zu 1). Demokratie hat verschiedene Aggregationsgrade der Machtlegitimierung. Es muss ja nicht immer Basisdemokratie sein.

Zu 2.) Die meisten Interessengruppen sind nur an Politik interessiert, solange sie einen möglichst direkten Vorteil oder Nachteil für sich selbst sehen oder durch die Medien dazugebracht werden zu glauben, dass sie einen sehen. Auch wenn das jetzige System in China den Anschein hat, dass die meisten Leute unpolitisch sind, muss das nicht der Wahrheit entsprechen. Die jetzige Regierung versucht ja gerade zu auf penetranterweise die Politisierung des Volkes zu vermeiden (außer wenn es der eigenen Interessen dient). Ich glaube eher, dass die meisten Chinesen sehr wohl politisch interessiert sind und auch agieren würden, wenn sie die Möglichkeiten geboten bekommen (siehe unabhängige Dorfwahlen, Empörungen über soziale Mißstände, politische Debaten in Internetforen usw.).

zu 3). Ein starkes Glied ist nur effizient, wenn ein Land sich im Umbruch befindet und rasche Entscheidungen getroffen werden müssen. Dann überspielt die Handlungsfähigkeit leicht die Fehlerquote und wird als Effizienz ausgelegt. Irgendwann wird aber die Zeit kommen, wo eine starke Hand an der Spitze mehr schadet, und das ist dann, wenn die Bevölkerung entweder so wohlhabend geworden ist, dass radikale Entscheidungen nicht mehr einfach hingenommen werden (siehe U.S.A.) oder so arm und verzweifelt, dass radikale Änderungen die Leute ebenfalls radikalisieren (siehe Irak). In China bewegen wir uns gerade gleich schnell auf beide Richtungen zu.

Ich hab letztens ein interessantes Interview mit Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt verfolgt. Was ich vor allem vom Gespräch mitgenommen habe, is das was er zu Demokratie allgemein gesagt hat. Wenn ich mich richtig ersinne sagte er u.a. folgendes:
----------------------
In einer Demokratie bedeutet es nun mal nicht zwangsläufig, dass diejenige Meinungen sich durchsetzen, die auch richtig sind. Es setzen sich auch nicht immer die Meinungen durch, um die sich die größte Mehrheit bildet. Tatsächlich ist eine Demokratie immer nur zu Konsensbeschluss fähig. Und Konsens bedeutet immer eine Entscheidung zweiter Wahl.
-----------------------------------

Und wenn ich an der Stelle mit meiner eigenen Intepretation weiterführen darf:

Eine Entscheidung zweiter Wahl ist nun mal nicht zu superlativen fähig. Dafür sind die Entscheidungen nachhaltiger und die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns bei der Umsetzung ist geringer.

Das Berühmte Zitat über Demokratie von Churchill muss man ja an dieser Stelle nicht mehr auspacken.

Daher denke ich China ist durchaus bereit für die Demokratie. Aber niemand wird sich derzeit an die Kür wagen wollen. Das ganze wird von selbst kommen. Entweder gewaltig oder schleichend. In jeden Fall wird China viele seiner Superlativen dann gegen die Demokratie austauschen müssen. Das wünschen aber derzeit weder die Chinesen noch die Ausländer. Wenn die Chinesen etwas nicht wollen, dann ist es zweiter zu werden.
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für Chin   guter beitrag schlechter beitrag
HumphreY
03-jul-07
Und wenn ich noch kurz bemerken darf.

Die PRC ist keine Dikatur sondern eine Ein-Partei-Regierung. Aber ich denke, wir wissen alle, was gemeint ist. :)

Und für mich ist diese Ein-Partei-Regierung ist solange gut für China, solange sie dafür sorgt, dass China an der Spitze bleibt und immer mehr Menschen Wohlstand erfahren. Das ist ja auch das gesetzte Ziel jeder politischen Part
ei. Das Land vorwärtsbringen. Aber wenn diese Ein-Partei Regierung Mist baut, dann hat sie genauso wie die Parteien in demokratischen Systemen die Konsequenzen zu tragen. Das passiert in westlichen Demokratie durch ein Abwählen. In China ist das eine langsame Evolution des sich-anpassens (die hoffentlich nicht in Revolution übergeht), ohne dabei das Gesicht der Partei zu verlieren.

Insofern haben wir wiederum in China schon Demokratie und keiner hat es gemerkt!

Es ist eine schleichende Demokratie. Und es ist ein Basisdemokratie. Das Volk bestimmt das Tempo. :)
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für China?   guter beitrag schlechter beitrag
Saiber
04-jul-07
....Aber da kann man natürlich auch entgegnen, dass es in Indien doch auch funktioniert....

funktioniert eben nicht in Indien. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in Indien eine der groessten. Indien hat alle negativen Eigenschaften die auch China hat, von Korruption, Machtmissbrauch bis zur blinden Nationalismus. Nur sie nennen sich eine Demokratie, weils auf einen Papier steht. In Wirklichkeit regieren dort Lobbys.
Unruhe gibts zwar wenig (aber es gibt sie) und das weil die Inder immer noch das Kastenwesen verinnerlichen. "So ist mein Leben halt im Dreck weil ich dieser Kaste zugehoere". Ich hoffe auf das naechste Leben.
Dann haben alle Inder einen Feind. Pakistan und solange dieser grosse Totfeind vorhanden ist haelt man auch zusammen.

Wer mal in Indien gewesen war ueberlegt nicht lange ob er nach China ziehen wuerde oder nach Indien.
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für China?   guter beitrag schlechter beitrag
Saiber
05-jul-07
dann zur Diktatur.

Ich wuerde die Staatsform in China nicht unbedingt Dikatur nenne, auch wenn es so aussieht. Es ist nunmal eine Einparteien Herrschaft mit "unbedingten" regelmaessigen Wechsel an der Staatsspitze. Nicht nur das Staatsoberhaupt und damit Praesident tritt ab sondern auch die an der 2. 3. 4. und 5. Stelle unter ihm. Soviel dazu.

China hat und wird diese Staatsfuehrung auf lange Sicht gut tun, aber fuer die Zukunft nachdem man einen Level in der Bevoelkerung und Gesellschaft erreicht hat, koennte ein Wechsel im politischen System nicht unvorstellbar sein. Hong Kong und Taiwan als Spiegelbilder stehen zur Verfuegung. ALS Spiegelbilder!!!! und nicht als Beispiele oder Vorbilder.
 
 
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mitleser
05-jul-07
>Es gab weder einen wirtschaftlichen Kollaps wie zB in der ehemaligen Sowjetunion

Das kann man absolut nicht mit China vergleichen! SU war technologisch tiefstes Afrika, und hat sich auch ueberhaupt nicht am Westen orientiert. Mit der Oeffnung viel der ganze interne Markt weg. Und wer im Westen braucht schon Produkte nach GOST?

>schrittweise Öffnung unter zentraler Leitung China gut getan hat.

Wirklich? Vergleiche mal China mit anderen Laendern die nach WW2 bei Null angefangen sind, Japan, Korea, Taiwan.... Dann ist China immer noch am weitesten zurueck. Dank an Steinzeitliebhaber Mao.
 
 
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yanzhongde (Gast)
05-jul-07
Fragen wir uns doch für wen? Wird die Kluft zwischen arm und reich geschlossen? Bemüht sich die Regierung schon oder muß sie es noch zwangsläufig tun?
Die Diktatur ist für Chinesen genau richtig. Oder nicht? Wie oben ja schon deutlich wurde, kann man sich die Welt ja auch schön reden, dann ist alles nicht so schlimm. Mit einem mp3 player kann man den Verkehr ausblenden, und mit 20 DVD kommt man auch bei Regen über das Wochenende. Und Denken ist schlecht für die Haut. Aber wer es einmal wagen möchte, selber zu denken, der hat vielleicht ein Problem. Jedenfalls dann, wenn öffentlich gedacht wird. Der Austausch von Schlagworten kennzeichnet noch keinen Denkprozeß, Absichtserklärungen sind noch keine Handlungen. Benehmt euch zivilisiert, gehorcht, räsoniert nicht. Wir werden sehen, was geschieht. "Die meisten von uns sind nicht an Politik interessiert", man kann sich ja trotzdem kosmopolitisch nennen. Freiheit ist anstrengend und nichts für jeden. Ist ja eh alles Schein. Immerhin: besser als Indien und besser als Afrika allemal. Man ist also nicht letzter und man wäre doch so gerne auch vorne dabei. Aber vorne, da sind die freien, die denkenden. Und hinten, nun, unterm Strich ist es doch lustig.
YZD
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für China?   guter beitrag schlechter beitrag
Saiber
05-jul-07
"Wirklich? Vergleiche mal China mit anderen Laendern die nach WW2 bei Null angefangen sind, Japan, Korea, Taiwan.... "

haha,

Deutschland: Marschall Plan (denken immer noch das 'wir' das alles alleine geschaft haben).

Japan: US-Besetzung
Korea, Taiwan: Militaerdiktatur bis Ende 80er und US-Unterstuetzung bzw. Babysitting. (auch hatte man keine 1.3 Milliarden Bauern zu ernaehren).

"SU war technologisch tiefstes Afrika, und hat sich auch ueberhaupt nicht am Westen orientiert. Mit der Oeffnung viel der ganze interne Markt weg. "

China bis zu Mitte 80er Jahren war tiefstes Afrika und hat sich auch ueberhaupt nicht am Westen orientiert. Erst nach der Oeffnung....

"Mit der Oeffnung viel der ganze interne Markt weg.."

Wer hatte das zu verantworten??? Was ist in China anders gelaufen?

Und zu Mao. Wenn es Mao noch geben wuerde, waere die erst gar Oeffnung nicht gekommen. Und wir haetten diese Disku gar nicht. China waere mit Nordkorea zusammen gegen den Rest der Welt. Aber das ist ein anderes Thema.

Thema ist, wie man ein Land innerhalb weniger Dekaden so aendern kann und so schnell.
 
 
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thomasm
05-jul-07
Egon Bahr in einem Interview der Sueddeutschen Zeitung

"Bahr: Professor Amitai Etzioni von der George-Washington-Universität ist zu der Auffassung gekommen, dass die westliche Politik einen Richtungswechsel vornehmen muss. Nicht das ideologische Ziel von Demokratie sei entscheidend, sondern dass alle Staaten in gleicher Sicherheit leben. Das gilt auch für Russland, den Irak, Iran, Afghanistan und auch für China.

sueddeutsche.de: Und das ist auch Ihre Maxime?

Bahr: Völlig! Entschuldigung, das ist doch die Grundlage dessen, was wir aus der Entspannungspolitik gelernt haben. Wir haben doch nicht die Bolschewiki geliebt, als wir den Moskauer Vertrag gemacht und die Schlussakte von Helsinki geschlossen haben. Auch da galt immer: Sicherheit zuerst. Sicherheit vor Russland - und nicht Demokratie in Russland."

http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/756/119611/8/
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für Chin   guter beitrag schlechter beitrag
DRstrangelove (Gast)
05-jul-07
Die Ausgangsfrage ist falsch gestellt: die frage ist nicht, Demokratie oder Diktatur? Die Entwicklungen in den demokratischen Laendern tendieren seit einiger Zeit dazu, immer mehr staatliche Kontrollmechanismen im politischen und auch privaten Bereich zu installieren, wahrend in China der staatliche Bereich die Zuegel langsam schleifen laesst, aber merkt, dass er sich damit in vielen Bereichen Probleme einhandelt. Daraus lassen sich 2 Problemkreise ableiten:

- in welchem Auswahlverfahren werden die staatlichen Stellen besetzt und die
souveraene Unabhaengigkeit derselben gewaehrleistet; wie wird
staatliches Handeln kontrolliert

- wo und wie und welchem Umfang hat der Einzelne die Prioritaet der res
publica gegenueber dem Eigeninteresse zu akzeptieren

Auf die Spitze getrieben: gegenwaertig schraenken die gewaehlten Volksverteter im Westen die Freiheiten immer weiter ein und die Regierung in China, legitmiert oder auch nicht durch Prozesse in der Partei, laesst die Zuegel schleifen.

Die Antworten auf diese Fragen liegen fuer mich jenseits der Begriffsdichotomie Diktatur/ Demokratie.
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für China?   guter beitrag schlechter beitrag
Saiber
06-jul-07
so, haben wir etwas mehr zeit.....

Sovietunion tiefstes Africa? ich kann es immer noch nicht fassen.......

kennen wir denn nicht Rambo????? Red Scorpion, Arnold Schwarzenecker, Bruce willis und Sylvester Stallone?
Top Gun? Mig Flieger etc etc etc???? USA vs Udssr???

SU war der groesste Feind der USA. warum unter Kennedy der wettlauf wer als erstes aufn Mond ist????
wer war denn die zweite supermacht auf der welt?????

Hier hat einer eindeutig, keine Ahnung wovon er redet.
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für China?   guter beitrag schlechter beitrag
artnatur
06-jul-07
finde die ansaetze von DRstrangelove nicht so uebel. wo gibt es denn schon eine demokratie im sinne des wortes. was die jeweils regierenden durchdruecken wollen, machen sie ja auf jeden fall und aendern notfalls die regularien in ihrem sinne. volksherrschaft gibt es also defacto sowieso nicht. was wirklich herrscht, ist das geld und dass ist ueberall. wie kann man sich sonst erklaeren, dass ein herr bush gewaelt wird, und auch noch 2mal. die auswirkungen dieser demokratie sehen wir ja sehr gut bis heute.

ich will nicht unbedingt einer diktatur zusprechen, aber eine staatsform, die wirklich der mehrzahl der bevoelkerung gerecht wird, die muss erst noch erfunden werden.

schaetzing sagt es in seinem letzten buch bemerkenswert hinterpforzig, dass der typus mensch, den die mutter evolution grad mal so kreiert hat wohl nicht in der lage ist, die wirklichen probleme zu erfassen, geschweige denn zu bewaeltigen. ein glueck, dass es auch mal jemand ausspricht, statt sich immer nur zu wundern :))
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für Chin   guter beitrag schlechter beitrag
mitleser
06-jul-07
Saiber schaltet ab und schrieb:

>SU war der groesste Feind der USA. warum unter Kennedy der wettlauf wer als erstes aufn Mond ist????

Stimmt! Allerdings gab es in der USSR 2 Level, Hi-tech da wo es nach aussen sichtbar war, und zero-tech fuer's Volk.

Ich weis es nicht wie es heute ist, in den 90ern gab's noch Bauern die mit der Kuh den Acker bestellt haben.

Also Aussenseiter stellt man sich ja RU immer etwas wit CN vor. Ich auch. Als ich aber Mitte der 90er das 1. mal in RU war war ich schockert wie weit die zurueck sind. China war zu der Zeit schon ein Lichtjahr voraus.

Was hat RU denn? OK, Rohstoffe, und noch?

Hier hat einer eindeutig, keine zuviel SU Propaganda gelesen und glaubt es auch noch.

China steht im Vergleich mit RU deutlich besser da (seit den fruehen 90ern)

Natuerlich haben die Kommis nun Schiss. Die haben gesehen das die Wirtschaft durch Konkurrenz aufblueht (vs. Planwirtschaft und Staatsbetriebe). Das gleich passiert in der Politik, und das wissen die ganz genau.
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für Chin   guter beitrag schlechter beitrag
DRstrangelove (Gast)
06-jul-07
Bevor hier einigen vor Stolz die Brust schwillt und platzt:

Europa hat erst einen wirtschaftlich/technischen Aufschwung genommen als man die Pfaffen aus den wichtigen Positionen verjagt hatte und gleichzeitig begann, imperialistisch den Rest der Welt auszubeuten. Also von wegen aus eigener Kraft und ingeniositaet. Bis 1750 war China technisch dem Westen ueberlegen: ein nettes beispiel: waehrend in Paris die leute, inklusive Adel, sich noch 1830 auf die Strasse entleerten, hatte Beijing schon ein ausgekluegeltes Abwassersystem.
 
 
aw: Ist eine Diktatur doch besser für China?   guter beitrag schlechter beitrag
Saiber
06-jul-07
Allerdings gab es in der USSR 2 Level, Hi-tech da wo es nach aussen sichtbar war, und zero-tech fuer's Volk.

Und warum redet man davon, dass Russland techn. tiefstes Afrika war? Technik war vorhanden und nach dem Fall des kom. Systems sind die meisten Staatsbetriebe in Private umgewandelt worden. Das Volk hatte sehr wohl Zugang zur modernen Technik. Nichts mit Propaganda...du machst es dir wirklich zu leicht.

Ich zaehle dir mal Gruende auf warum es nicht so recht klappen mag mit Russland (ehem. UDSSR). Nachdem Gorbi auf die wunderbare Idee kam das Land von Heute auf Morgen zu demokratisieren brach erstmal alles zusammen. Eine agierende Regierung war so gut wie nicht mehr vorhanden (Gorbi wurde ja auch vom Militaer mit Panzern eingekesselt).
Hochrangige Militaers, und Politiker machten sich erstmal selbststaendig...die einen versuchten noch das zu retten was zu retten war vom System...die anderen das Beste fuer sie selber herauszuholen was zu holen war...Am Ende hat man als Regierung noch die Kurve bekommen. Schaden war aber schon geschehen. Viele Teile der ehemaligen UDSSR spalteten sich ab und erklaerten sich als selbstaendige Staaten. Bei Tschetschenien machten die Russen aber einen Schlussstrich, da zu rohstoffreich. Folgen dieser Auseinandersetzung sieht man heute noch. Die ehemalige UDSSR war in Chaos.

Dann zur Wirtschaft. Nicht nur du warst in den 90er Jahren in Russland, sondern auch unzaehlige Konzernmanager aus aller Welt. "Russia with great Oportunities" nannte man es. Diese Manager aber reisten groesstenteils alle wieder nach 2 Jahren enttaeuscht ab. Und warum? Brutale Korruption auf Beamtenebene, chaotische Zustaende und Mafiaregierung. Es gab diese Geschichte mit nen VW Manager, der regelrecht von der Mafia mit dem bedroht wurde. Du machst gar nichts ohne erstmal etwas mit der Mafia zu tun zu haben.

Putin will und hat ja mit eiserner Hand und ja, auch Gestapo Methoden, versucht dies unter Kontrolle zu bringen. (Abramovich, der Chelsea mit Geld vollstopft darf sich nicht in Russland aufhalten - aber auch aus anderen Gruenden).

Es gibt heute in Russland unzaehlige Millionaere und Milliardaere und 90% von denen leben in Moskau. Moskau ist zur teuersten Stadt der Welt aufgestiegen. Aussenrum von Moskau verhungert die Bevoelkerung gesellschaftlich ohne Perspektiven und Aussicht auf Besserung.

"Ich weis es nicht wie es heute ist, in den 90ern gab's noch Bauern die mit der Kuh den Acker bestellt haben."

Ich weiss nicht wie es heute in Russland ist, aber in vielen Orten Chinas ist der Auerochse immer noch auf dem Feld.

"Was hat RU denn? OK, Rohstoffe, und noch?"

Russland unter anderem war und ist nach den arabischen Laendern, der groesste Rohoellieferant auf der Welt. Das ist schonmal viel Reichtum dem nichts und keine moderne Technik zu entgegensetzen ist.

Aber in einem liegst du richtig. Man kann Laender nicht mit anderen vergleichen. Aber man kann sehen was passieren wuerde, wenn erstmal Chaos einbricht.
 
 
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mitleser
06-jul-07
>Dann zur Wirtschaft. Nicht nur du warst in den 90er Jahren in Russland, sondern auch unzaehlige Konzernmanager aus aller Welt.

Die Firmen die ich gesehen hab waren total veraltert und konnten keine Qualitaet liefern. Und das waren in dem Bereich Topfirmen in RU. Neben keiner Qualitaet gab's auch keine westlichen Standart, da nichts wirklich auf Export ausgelegt war. Es scheiterte dann an Sachen wie Abmessungen, Farben etc. Auch Vodka im Wasserglas um 10:00 morgens konnte da nichts helfen.

>Brutale Korruption auf Beamtenebene, chaotische Zustaende und Mafiaregierung.

Ich denke Qualitaet und Arbeitseinstellung sind auch ein wichtiger Grund.

Auch heute denke ich im Traum nicht dran was in RU zukaufen. (Witzigerweise sind es oft Chinesen die sich heutzutage Textilfabriken in RU, KZ usw. kaufen und diese dann managen um der Strafquota Regel flexibel gegenzuwirken und dann nebenbei ein Standbein ausserhalb Chinas haben)
 
 
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yanzhongde (Gast)
06-jul-07
Die Frage lautet nicht mehr, ob Diktatur besser ist als Demokratie. Dies ist entschieden. Wer die Wahl hat und die diktatorische Alternative kennt, der entscheidet sich immer für die Demokratie. Wir wissen aber auch, daß nicht jeder seine Wahl zu schätzen weiß. Leider ist Dummheit eine anthropologische Konstante. Eine Schwäche auf Seiten der demokratischen Alternative sollte nicht dazu führen, daß man zur Diktatur übergeht. Gerade in China können wir, genauer: kann ich, lernen, um wieviel lebenswerter ein Leben in Deutschland ist. Umso bedenklicher ist, daß Dummheit und Gleichgültigkeit in Deutschland die Errungenschaften unseres freien und demokratischen Lebensstils gefährden. Dumme Menschen erkennt man an dem sprachlichen Müll, mit dem sie sich umgeben. Worthülsen wie "demokratischer Sozialismus" oder "Diktatur des Proletariats" verschleiern traurigste Erfahrungen und sind nur einige wenige Beispiele. Folgende These möchte ich zu bedenken geben: Wenn die vergleichsweise wenigen Chinesen ab 1949 die Früchte ihrer eigenen Arbeit hätte behalten und genießen dürfen, wären sie dann so zahlreich geworden? Warum übersehen wir, daß arme und ungebildete Menschen regelmäßig mehr Kinder haben als wohlhabendere und gebildetere. Cui Bono? Diktaturen brauchen Menschenmassen, damit der Mensch in der Masse untergeht.
Demokratien brauchen Menschen, die sich für sie einsetzen. China ist den Chinesen peinlich und dies erklärt so manchen Versuch, Chinas Situation zu rechtfertigen. Peinlich sind auch die anbiedernden Bemühungen der "Freunde Chinas" diese Rechtfertigungsversuche zu übernehmen.
YZD
 
 
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JoSy
06-jul-07
Für die Demokatie sind mündige, verantwortungsbewusste, aufgeklärte, zum selbständigen, kritischen Urteil fähige Subjekte absolut notwendige Voraussetzung. Die Ausbildung solcher weiß man in China jedoch an dafür verantwortlichen Stellen noch immer erfolgreich zu verhindern. Nach wie vor wird (Mit-)Denken nicht nur nicht erwartet, sondern teilweise sanktioniert, ist Meinungsbildung nicht gefragt, wird interessiertes Nachfragen und -forschen nicht erwünscht, Kritik(fähigkeit) bleibt grundsätzlich ausgespart....
Bereits an der ersten Schwelle, der zuverlässigen Information der Bürger, wird seitens der Verantwortlichen geblockt und gemauert.
Eine tumbe, blinde und taub-stumme Masse lässt sich halt besser führen, ist sie doch in diesem Zustand auf straffe Zügel angewiesen und auch noch besonders dankbar dafür.
Bei genauerem Hinsehen stellt sich aber auch in demokratischen Gesellschaften zunehmend heraus, dass die Menschen diese kaum noch verdienen, da obere Kriterien trotz bester Voraussetzungen immer mehr in Frage gestellt werden müssen. Da mangelt's an Interesse und Engagement, dafür wird Bequemlichkeit groß geschrieben. Zu vielen ist es lieber, anderen die Entscheidungen zu überlassen - so ist es einfacher, gleichzeitig die Verantwortung abzuschieben.
 
 
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Frieder Demmer
06-jul-07
@yanzhongde:

Dumme Menschen erkennt manchmal auch daran, dass Sie anderen erzählen wollen, woran man Dumme erkennt.

Selbstredend, dass die entsprechenden Eigenschaft auf sie selbst natürlich nicht zutreffen... .

;-)

Warum diese ideologische Einseitigkeit?

Wir haben eine Epoche von sendungsbewussten Diktaturen unterschiedlicher Couleur hinter uns: Sie alle haben Leid mit sich gebracht.

Kern des Leids war die Isolierung von "ismussen".

Der Sozialismus enthält basale Wahrheiten - so lange er nicht isoliert und zum eigenen Machterhalt instrumentalisiert wird.

Liberalismus erinnert einen immer daran, dass man den Wert einer neuen Idee nur erkennen kann, wenn man sie zulässt - isoliert führt er in Oligarchie oder Anarchie.

Für mich immer wieder ein Guter:

"Die Juden sind an allem schuld!"
"Stimmt! Und die Fahrradfahrer!!"
"Wieso die Fahrradfahrer?!"
"Wieso die Juden?"

...
 
 
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(thread closed)

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