SHENZHEN

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Kulturschock Deutschland   guter beitrag schlechter beitrag
Mal was fuer die birne
28-aug-06
Beim Erklimmen der Karriereleiter sind Auslandserfahrungen in großen Konzernen ein Muss. Doch wer nach mehreren Jahren nach Deutschland zurückkehrt, der hat es of schwer, sich in der Heimat wieder zurechtzufinden. Inzwischen haben die Verantwortlichen in den Personalabteilungen das Problem erkannt.

Liebe Shanghaianer,

bitte auf link klicken, sehr interessant!

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hiwi/528103/

Liebe Expats, Praktikanten: passt mal auf das ihr hier nicht alle abhebt! Immer schoen auf dem boden bleiben. das gilt fuer alle! denn ein mensch zeichnet sich nicht dadurch aus was es leisten sondern wie er sich in seinem umfeld verhaelt.

gureße
 
 
aw: Kulturschock Deutschland   guter beitrag schlechter beitrag
ölö
28-aug-06
was erwartet man schon? In Shanghai sind doch alle totall bekloppt. Nur durchgepeitschte Menschen unterwegs. Fängt ja beim Taxi Fahrer an und hört bei Prostituierten aus. Die sind doch net mehr richtig im Kopf hier. Hier passt nix zusammen und wenn man nach Deutschland zurückkehrt und man mit dem durchorganisierten nicht chaotischem Leben konfrontiert wird muss man doch durch drehen
 
 
aw: Kulturschock Deutschland   guter beitrag schlechter beitrag
hmja
28-aug-06
das glaub ich gern,

hier hat man schon privilegien die man sich in deutschland so nie leisten koennte. ich finde die fahweise gar nicht so schlimm, aber wenn ich das naechste mal in deutschland nen taxi fahre und der mir sagt 50? bitte, dann gibts erstmal ne dicke schelle fuer diesen unverschaehmten preis!
 
 
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Bald ex-Expat
28-aug-06
Kann diesem Bericht im Grossen und Ganzen beistimmen.
Obwohl ich mir keine Illusionen gemacht habe, musste ich mir doch erst wieder bewusst werden, dass viele schönen Seiten des SH-Lebens vorbei sein werden.
Ich meine damit die Handlungsfreiheiten, Kompetenzen über grosse Bereiche usw.

Wie bereits oben erwähnt: Immer schön am Boden bleiben.
Doch seht's positiv: Manches ist besser/schlechter hier, anderes ist besser/schlechter in Deutschland....
 
 
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Bald Relocated
29-aug-06
Wenn man im Einkaufshaus ploetzlich keine Bedienung mehr antrifft, die sich an einen jeden Schritt heftet. Im Restaurant ploetzlich der Kellner kalt und interesselos einen das Menue widerwillig vorliest. Die Strassen ploetzlich um 20 Uhr unheimlich still werden, man Nachts das Knistern in den Schraenken hoert und nicht einschlafen kann, weil draussen es so still ist dann weiss ich dass der Deutschland Kulturschock mich hat.

Den Golfschlaeger werde ich wohl an den Nagel haengen muessen, denn nicht jeder wird in einen deutschen Golfclub aufgenommen und ich bin ein 'jeder'. Meine Frau muss sich neben der Erziehung der Kinder auch sich wieder daran gewoehnen muessen den Haushalt zu machen, weil unsere Ayi nicht mitkann und ich werde in der Arbeit mich auch daran gewoehnen muessen, dass alles stur nach Tagesplan laeuft und es nichts gibt worueber ich mich aufregen koennte. In zwei Monaten ist es soweit. Himmel steh mir bei.
 
 
aw: Kulturschock Deutschland   guter beitrag schlechter beitrag
ex-ex expat
30-aug-06
@bald Relocated...ich wuensch Dir alles Gute...ich hab den Schock schon seit 3 Monaten. Da hilft nur eins......arbeiten.
Ich will zurueck nach SHA !!
 
 
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schueler
30-aug-06
@ex-ex expat
habe genau vor deinem letzten satz angst, und es geht nicht mal ums geld!
 
 
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Mint
30-aug-06
Da moechte ich nur anmerken:
Ich war fuer 12 monate in Shanghai. Davon habe ich 6 monate ein fetzengeiles Studentenleben gefuehrt. Die restlichen 6 Monate habe ich mit chinese wine-begeisterten, chinesischen Managern in einem sehr interessanten und aufschlussreichen Praktikum verbracht. Waehrend dieser Zeit habe ich von verdreckten, ohne Spuelung und ohne Warmwasser Badezimmern bis zum Marmorbad mit vergoldeten Wasserhaehnen so ziemlich jeden Zustand einer Behausung durchlebt. Habe Shintori'sTempura genossen und Moet im Cloed 9 getrunken. Bin mit dem Bus in alle Himmelsrichtungen durch Shanghai geduest und habe in der im People's Park gelegenen Barbarossa meinen Honey and Mandarin Mojito genossen. Habe sowohl im Babyface bei den Shapeshifters, als auch bei chinesischen Freunden in abgehalfterten Buden Saufspiele bis zum Umfallen gespielt. Habe mit Maedels und Jungs aller Nationalitaeten eine Menge Spass nicht nur allein im Zapata's gehabt. Ich war uebergluecklich in Shanghai und doch etwas traurig als ich es verlassen musste.

Aber mein hui jia war wunderbar. Es hat zwar ein bisschen gedauert, aber es ging schon. Mittlerweile fuehle ich mich wieder pudelwohl hier in Deutschland. Egal ob im Cafe am Neuen Wall oder an der Bar in der Prinzregentenstrasse 1, ob an der Alster oder im Englischen Garten, ob mit Schweinshaxe am Chinesischen Turm oder mit Matjesfilet am Rathausmarkt, ich geniesse mein Leben auch in Deutschland. Und die Umstellung volzieht sich eigentlich sehr einfach. Man muss nur wissen mit Geld umzugehen und sich seiner Situation bewusst sein. Ausserdem hab ich Taxen in Shanghai gemieden soweit es geht, um mich nicht erst an diesen Luxus zu gewoehnen, genauso Massagestudios, usw, etc, ppp

Egal wo man lebt, man sollte sich und seine Situation niemals ueberschaetzen. Dann klappts auch mit dem hui jia nach Deutschland, welches nebenbei erwaehnt ein sehr schoenes zum Leben ist.
Denk darueber nach, wenn ihr so unbedingt Karriere machen wollt...
BG, Mint
 
 
aw: Kulturschock Deutschland   guter beitrag schlechter beitrag
yanasa
30-aug-06
Hmm, es ist noch immer ein kleiner Unterschied, ob man nach einem Jahr zurückgeht oder nach drei oder gar fünf Jahren.
Es geht auch weniger damit zu tun, ob man weiß, wie man mit Geld umzugehen hat.
In einem Jahr sind noch viele Bindungen nach zu Hause da. Die Freunde bleiben eher erhalten, da sie ja auch einen überschaubaren Zeitraum haben, bis man wieder da ist.
Aber ab dem zweiten jahr wird es anders. Ab dem dritten Jahr kann man seine Freunde in D an einer Hand abzählen.

Woran kaum jemand denkt: nicht nur in Deutschland unterliegt Vieles einem Wandel. Nein, auch man selbst verändert sich, bekommt einen anderen Blickwinkel. Die Lösungsansätze bei Problemen werden anders, oft unbürokratischer. Die Arbeitsweise verändert sich. Was in D wichtig ist, ist in einem anderen Land manchmal unnötiger Ballast, oder es fehlt schlichtweg einfach die Zeit, seitenlange blabla-Berichte zu schreiben, auf die in D so großen WErt gelegt werden. Merkwürdigerweise läuft der Laden ohne stundenlange Besprechungsrunden, in denen jede, aber auch jede noch so unbeteiligte Abteilung ihren Senf stundenlang dazugibt und wiederkäut - wie in D sehr gerne zelebriert.
Viele Expats werden sehr flexibel, arbeiten in Bereichen mit, mit denen sie in D niemals zu tun hatten. Sie bekommen oft Ein- und Überblick in Geschäftsoperationen, die in D wie ein großes Betriebsgeheimnis gehütet werden. Der Einkäufer wird nebenbei zum Vertriebsspezialisten mit hervorragendem Netzwerk, der IT-ler macht 'nebenbei' die Logistik, der Personaler hilft bei den Finanzern und in der Buchhaltung souverän aus.
Und dann?
Dann geht es zurück nach D, dort wartet der groß angekündigte neue Bereich mit hochgelobter Eigenverantwortung und Kompetenz - besonders gern werden solche Jobs dann auch mit 'innovativ' beworben werden.
Die Realität ist, der Expat sitzt auf einem Posten, den ein demotivierter Sachbearbeiter besser ausfüllen könnte.
Denn plötzlich ist das Denken verboten, Verbesserungsvorschläge unerwünscht.
 
 
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yanasa
30-aug-06
Teil II:
Und wer versucht tatsächlich eigenverantwortlich zu handeln, wird strafversetzt. Die Entscheidungen liegen nicht mehr bei einem Budget von 50.000 USD sondern bei 150 Euros, wenn überhaupt.
Der Chef ist neidisch, weil noch nie aus seiner Stadt herausgekommen und versucht, den Ex-Expat zu blamieren, wo es nur geht.

Die meisten Unternehmen sind mit den zurückkehrenden Expats schlichtweg überfordert. Und an die mit zurückkehrende Fammilie denkt auch niemand. An die Frau, die in Deutschland ihren Beruf aufgegeben hat und nun nicht mehr in ihr Unternehmen zurückkehren kann. Sie hat vielleicht zusätzliche Sprachkenntnisse. Die Kinder, die vielleicht an einer internationalen Schule waren, langweilen sich plötzlich mit Sprachunterricht, den sie kaum mehr brauchen.
Sie sind Exoten geworden. Fremde im eigenen Land. Eine Randgruppe, um die sich niemand kümmert, für deren Probleme niemand ein offenes Ohr hat.

So, und nun können die dämlichen Kommentare über die fehlende Ayi, Mädels, Kneipen und sonstigen Nichtigkeiten kommen....
 
 
aw: Kulturschock Deutschland   guter beitrag schlechter beitrag
so ist es
30-aug-06
Ich mache bei meinen Deutschlandaufenthalten jetzt schon die Erfahrung, dass ich mir total fremd vorkomme. Bin jetzt seit eineinhalb Jahren in SH und fuehle mich hier pudelwohl. Und das hat nichts mit Geld, Ayi oder "vergoldeten Wasserhaehnen" zu tun :-)

Ich habe lediglich das Gefuehl, hier meinen Platz gefunden zu haben. Wenn ich dann privat oder geschaeftlich in Deutschland bin, findet jedes Mal dieses "let's meet and catch up" mit Freunden und Familie statt. Und egal, wie sehr wir bemueht sind, den Kontakt aufrecht zu erhalten mit Telefonaten, Mails etc., ich merke immer mehr, ich bin aus deren Leben raus, wie sie aus meinem. Es passieren wichtige Dinge, die man aufgrund der Entfernung nicht miteinander Teilen kann und dann werden es langsam aber sicher zu viele "missing links".

Ich denke, solche Freundschaften wieder "aufzuwaermen", wenn man wieder zurueck nach Hause geht, ist sehr schwierig. Es ist aber genau dieser Support, den man braucht, um sich wieder "daheim" zu fuehlen und sich quasi zu re-sozialisieren. Ich habe jetzt schon Angst davor, und ich habe noch zwei Jahre SH vor mir....mindestens :-)

Ganz zu schweigen vom Neid, den einer meiner Vorschreiber hier schon erwaehnt hat. Vor allem im Berufsleben merke ich den jetzt schon, wenn ich mit Kollegen vom Haedquarter zu tun habe. Man gilt als "Exot" und das wird man auch nach der Rueckkehr nach Deutschland bleiben. Vielleicht hilft es, die Firma zu wechseln, aber auch da wird man frueher oder spaeter diejenige sein, die vier Jahre in SH gelebt hat...

Dieses Problem ist nicht zu unterschaetzen. Aber nur wenige Firmen haben bislang sogenannte "Re-Entry-Seminare" oder schicken ihre Ex-Ex-Pats zu welchen. Schade eigentlich. Ich denke, vielleicht gibt es zumindest in groesseren Staedten die Moeglichkeit, "Mitleidende" zu finden und sich von Zeit zu Zeit auszutauschen, genauso wie wir das hier im Bezug auf das Leben in China tun.
 
 
aw: Kulturschock Deutschland   guter beitrag schlechter beitrag
f.
30-aug-06
>Es passieren wichtige Dinge, die man aufgrund der Entfernung nicht miteinander Teilen kann

Es passiert auch vieles was wir hier einfach nicht mehr mitkommen und kulturell nicht mehr verstehen.

Ich war in DE im Kino, "7 Zwerge". Ein wirklich guter Film!

Von der "Starbesetzung" (fast jeder hat ne eigeneShow in DE) kannte ich kaum jemanden. Otto ist ein Begriff, auch Nina Hagen. Cosma Shiva kenn ich aber nur als Babygeschrei beim Song "Cosma Shiva". Helge Schneider kannte ich vom Namen, sonst aber nicht. Die anderen kannte ich gar nicht.
 
 
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wilhelm5
30-aug-06
@alle

ich bin hier um chinesisch zu lernen und unterrichte deutsch.
vorher bin ich fuer den dritt groessten mediakonzern der welt taetig gewesen,habe alles selber aufgegeben ,bevor ich mich hier niederliess.

ich kann das leben eines expat nicht nachempfinden,vielleicht in 2 jahren ,wenn ich fuer eine deutsche wieder nach china gehe.


aber es haengt immer davon ab was macht aus dem leben macht .
kulturschock oder nicht es gibt viele moeglichkeiten ,von fuersorge
bis hin zum austausch mit gleichgesinnten.

alles gute
 
 
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SinaSina
30-aug-06
Meine Meinung: Es wird alles nicht so heiß gegessen, wie's gekocht wird. Nach ein paar Jahren relativiert sich vieles, in beiden Richtungen. Wenn man neu hier ist, muss man sich genauso an vieles gewöhnen, wie wenn man ein paar Jahre weg war und wieder heimkommt. Natürlich sind die Ausgangsbedingungen anders, das eine ist die langjährige Heimat, Wurzeln sind da, werden vorausgesetzt usw. - trotzdem, es ist beides eine Art Neuanfang und verlangt Anstrengung, belohnt aber auch mit Abwechslungsreichtum und prallem Leben.
Als ich Ende der 80er in China studiert habe, war es nur sehr schwer möglich, den Kontakt zu den deutschen Freunden aufrechtzuerhalten; Email, Internet und Handy waren unbekannt, Festnetztelefon die Ausnahme, umständlich und sehr teuer. Von Luxus jedweder Art gar nicht zu reden, es gab noch die Grundnahrungsmittel auf Bezugsschein, Ayi und Fahrer gab's höchstens für die Bonzen...
Als ich dann wieder nach D zurückkam, hat es Monate gedauert, bis ich auch mental wieder da angekommen war. Meine Freunde waren noch da und mir zugetan, trotz der mehrjährigen Trennung, aber einer bezeichnete mich mal als "chinakrank", und ich denke, das traf es auch für eine lange Zeit. Trotzdem habe ich irgendwann den Anschluss auch wieder gefunden. In dem Maß, wie man das Leben der anderen teilt, wächst man auch wieder zusammen. Hier wie dort.
Man darf sich halt nicht selbst zum Maß aller Dinge erheben, sprich wenn man nach China kommt, erwarten, dass alles so ist wie "zuhause", und wenn man "nach Hause" kommt, verlangen, dass alle die eigene Meinung, Vorstellungswelt, Erfahrungen und Arbeitsweise teilen. Statt dessen lieber am Leben der anderen teilnehmen, warum auch nicht z.B. eine "Selbsthilfegruppe" oder Stammtisch für Rückkehrer organisieren.
Wie immer und überall - "Geben ist seliger denn nehmen (= von anderen etwas erwarten)" :-) Leichter gesagt als getan, scheint mir.
 
 
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yanasa
30-aug-06
Nein, gegessen wird selten so heiß, wie es gekocht wird.
Aber jede 'Rückkehr' wird schwerer.
Aus einem Studium zurückzukehren ist wohl ein wenig einfacher, als aus einem Berufsleben innerhalb einer Firma.
Ein Student fängt komplett neu an, der Berufstätige wird in ein System hineingeworfen, das er zu kennen hat.
(nicht böse sein Sina, aber es ist wirklich ein ziemlicher Unbterschied - wirst Du bei der nächsten Rückkehr bestimmt merken)
'Geben ist seliger denn nehmen' ja, das ist gut gesagt.
Nur wird in den meisten Fällen vom Ex-Expat zu viel erwartet oder Falsches erwartet. Die meisten Ex-Expats sind wahrlich bereit mehr zu geben, wenn man sie ließe. Und sie haben auch in der Vergangenheit sehr viel gegeben (es sind jetzt nicht die hunderte unbezahlter Überstunden gemeint, sondern vordringlich die menschliche Komponente). Aber jeder Krug leert sich irgendwann. Und das Leben besteht nicht ausschließlich aus Geben.

Sina, Du hast sicherlich recht, daß man am Leben der anderen teilhaben soll und daß man nicht das Zentrum des Universums ist, nur weil man ein paar Jahre im Ausland war.
WAs ich versucht habe klar zu machen ist, daß zuerst vom Expat ein ungeheures Maß an Flexibilität verlangt wird, das dieser sich oft unter großen Mühen erkämpft. Daß Kenntnisse erworben werden unter Hochdruck und dann ...
Ich versuche es andersherum:
stell Dir einen Hochleistungssportler vor, z.B. einen Kunstturner. Der hat für die olympischen Spiele jahrelang hart trainiert, hat sich seinem Trainer unterordnen müssen und hat gekämpft und musste vielen hintenanstellen. Die olympischen Spiele sind vorbei, er hat Gold gewonnen. Und plötzlich nimmt ihm jemand sämtliche Trainingsmöglichkeiten weg, er hat nicht mal die Möglichkeit, seine Muskeln abzutrainieren.
Genauso fühlen sich viele der zurückbeorderten Expats. Der Wille ist da, aber die Möglichkeiten sind genommen.
 
 
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SinaSina
31-aug-06
So komplett neu hab ich im Studium, d.h. nach meiner Rückkehr damals, auch nicht angefangen; bin auch weitgehend in mein "altes Leben" zurückgekehrt, und außerhalb meiner "Sinologenkreise" konnte auch keiner nachvollziehen, wo ich stand...
Dafür war der Kulturschock von D nach China, weil er weder durch Luxus, Geld, Expat-Vergünstigungen, weder durch deutsche Netzwerke noch durch moderne Kommunikationstechniken abgefedert wurde, mit Sicherheit umfassender und weit weniger vermeidbar als heute, und weil die Umorientierung so absolut ausfallen musste, habe ich den Kulturschock zurück nach D als noch stärker empfunden, als hätte ich meine Kunstturnfähigkeiten wieder VERLERNEN, nicht nur vergessen müssen.
Und umgekehrt, zu der Firma, für die ich jetzt hier bin, bin ich auch erst vor einem Jahr neu und gleich nach Shanghai gekommen, werde da also eines Tages auch nicht in (mir) bekannte Strukturen zurückkehren. - Was ich eher sehe, ist dass da unterschiedliche Lebenskreise sind, natürlich ist mein Leben als Studentin ein anderes gewesen als heute, 20 Jahre später und in meiner Eigenschaft und Rolle als Angestellte, Mutter etc. .
Was meine nächste Rückkehr betrifft - ich erwarte nicht mal, in meiner Firma adäquat unterzukommen, ich halte mir selbst das Leben und viele Optionen offen. Ich fand es schwierig und frustrierend damals, dass keiner mich "verstehen" konnte, aber irgendwann habe ich eben diese Erwartungshaltung abgelegt, und seitdem empfinde ich die unterschiedl. Erfahrungen & Lebensstile eben als "Bereicherung". Mein "Trainingsfeld", um im Bild zu bleiben, suche, schaffe ich mir dann ggfs. selbst, und ich bin sicher, dass ich meine Fähigkeiten und Kenntnisse nie werde aufgeben müssen, sondern im Gegenteil sogar weiterentwickeln kann - nur eben nicht zwangsläufig bei einer bestimmten Firma oder innerhalb meines herkömmlichen Freundeskreises. Aktiv werden, nicht passiv bleiben, damit kommt man in die "Opferrolle" desjenigen,dem "die Möglichkeiten genommen sind.
 
 
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ex-ex expat
31-aug-06
@all, endlich mal ein thread, der MIR was bringt. Danke an alle, die Ihre Erfahrungen hierher geschrieben haben. Weiter so !
 
 
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yanasa
31-aug-06
Sina,
zuerst einmal herzlichen Dank für Deine Beiträge - es macht große Freude sie zu lesen.
Und kein Zweifel, wer offen durchs Leben geht, der nimmt auch ungemein viel aus den Auslandsaufenthalten mit - fürs Privatleben. Das geht und ging mir nicht anders und ich habe viele Dinge gelernt, die ich nicht mehr missen möchte.
Sicher, hier in China ist das Leben heutzutage ziemlich angenehm im Vergleich zu Deiner Studienzeit. Und manch Expat hat auch wirklich die Wahnsinns-Vergünstigungen. Aber das werden immer weniger. Viele verdienen nicht mehr, als sie in Deutschland bekommen. (das aber nur am Rande bemerkt)
Was ich mit dem Kunstturner meinte ist, daß er plötzlich sich nicht mehr bewegen darf. Kennst Du Dich ein wenig mit Sportmedizin aus? Für den Turner ist es eine gesundheitliche Katastrophe, von heute auf morgen keinen (!!) Sport mehr machen zu können. Statt jahrelangen Abtrainierens, das für den Körper wichtig ist, plötzlich garnichtsmehr.
http://www.3athlon.de/workout/bodywork/exsportler_herztod.php
Was hier mit dem Herzen passiert, passiert bei manchen Expats mit der Psyche - im übertragenen Sinne
(bin auf Deine Antwort sehr gespannt!)
 
 
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SinaSina
01-sep-06
Hallo Yanasa - danke fürs Kompliment, und gern antworte ich nochmal wenn auch mit Verspätung (immer diese leidige Arbeit...).
Klar kann man (meine Wenigkeit) das Bsp. mit dem Kunstturner verstehen und auch übertragen.
Nur meine ich eben, dass ein Ex-Expat ja nicht direkt einem "Trainings-Verbot" unterworfen ist. Es sei denn, es sind Gründe, die in ihm selbst liegen, z.B. gesundheitlicher Art, die "das Training unmöglich machen". Übertragen auf den Ex-Expat könnte das bedeuten, er ist nicht mehr tropentauglich, hat Malaria oder hat sich in China aufgrund zu großen politischen Engagements zur persona non grata entwickelt, und muss deswegen nach Hause.
Wie gesagt, ich habe den Kulturschock in beide Richtungen kennengelernt und schließlich überwunden. Ich behaupte nicht, dass es einfach war. Und ich sehe auch, dass es Situationen im Leben gibt - nicht allein in diesem Zs.hang - die so viel Energie fressen und einen so weit runterziehen können, dass es einfach nicht damit getan ist, sich aufzurappeln oder in den Hintern zu treten bzw. treten zu lassen. Wenn das der Fall ist, sollten wir heute alle aufgeklärt und ehrlich genug zu uns selbst sein, dass wir eben auch mal professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Ich habe für mich einfach beschlossen, meine Kulturschock-Erfahrung zu verallgemeinern - sprich, dass "keiner mich versteht" und "man mich nicht machen lässt wie ich will (es ggfs. besser weiß)". Das geht einem ja oft im Leben so, das kann schon Leuten so gehen, die aus einem sehr konservativen Umfeld kommen, sich "für alle unverständlich" von ihrem Partner trennen, und die sich damit in ihrem Umfeld zum Außenseiter (oder Vorreiter) machen.
Letztlich steckt einfach großes Potential & ungenutzte Energie darin - wir leiden ja gerade darunter, dieses Potential nicht nutzen zu können, und ich suche mir dann meine Wege, diese Energie eben doch zu nutzen. Es gibt für jeden von uns ein Plätzchen!
Diese Antwort war jetzt aber nicht wesentlich anders als vorher, oder?
 
 
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pop-up-blocker
01-sep-06
Fast 5 Jahre Shanghai haben mich geprägt, haben mich und meine Denkweise verändert.
Ich gebe dir vollkomen Recht, wenn man nach so langer Zeit nach D zurückkehrt, ist es mehr als nur ein Kulturschock. Ichb denke nicht das ich in China abgehoben bin, aber es bleibt eine Erinnerung an China, die mein Leben verändert hat. Deutschland kann für mich nur noch eine Zwischenstation für meinen nächsten Chinaeinsatz. Ja ich war und bin geschockt von Deuschland, was ist aus D geworden ? War ich auch mal so ? Die Menschen in Deustchland sind abgehoben auf sehr sehr niedrigem Niveau. Es fällt mir spontan nichts ein, worauf wir in Deustchland noch stolz sein könnten. Wir müssen und sollten eher ein Beispiel an den Chinesen nehmen. Mit welcher Leichtigkeit und mit welchem Angagement sie die Dinge bewältigen.
Das Topic ist richtig gewählt, Kulturschock Deutschland, ich würde nur das Wort Kultur weglassen, oder von welcher Kultur reden wir. Also nur noch Schock Deustchland !
 
 
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(thread closed)

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