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aw: Hepatitis B   guter beitrag schlechter beitrag
PaulundPaula (Gast)
09-mär-09
Hi Frosch, ich glaube, ich kann Dich (ohne Steffi zu kennen) beruhigen. Eine Frau, die folgende Einschätzung über jemanden hat

"Auch seine ganze Lebenseinstellung hat mich total schockiert: Freunde scheint der echt nicht zu haben..."

geht sicher nicht mit dieser Person ins Bett. Ich glaub nicht, dass sie erst danach angefangen haben zu reden. ABer jetzt weiss ich wenigstens, warum das Thema ins "Sie und Er" Forum verschoben wurden :-)

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"Saefty first" kann ich nur unterstreichen, was man sich selber antun kann und will, weiß man, was die anderen in der Lage sind, einem anzutun, weiß man im Regelfall nicht- und will es eigentlich auch gar nicht wissen, um nicht ganz den Glauben an die Menschheit zu verlieren...
 
 
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Steffi73
10-mär-09
Hallo,
sorry, leider war ich übers Wochenende weg und konnte noch nicht schreiben. Aber jetzt konnte ich mir in Ruhe eure Posts durchlesen und einiges hat mich erstaunt, verwundert, aber auch gefreut... Die ganze Geschichte beschäftigt mich aber immer noch! Um es mal vorweg zu nehmen: Da lief nix, mache mir also keinerlei Sorgen, mich mit Hepatitis anstecken zu können, bin außerdem geimpft.
Was mir einfach nicht in den Kopf will ist folgendes: Wieso bleibt jemand in China, wenn eine deutsche Krankenversicherung besteht, die die Kosten übernimmt; wenn man Familie und Freunde in Deutschland hat, die einen im Worst Case auffangen. Wenn Chinesen erkranken, dann suchen sie auch häufig - vorausgesetzt finanziell, etc. möglich - Hilfe im Ausland. Warum denkt ein Deutscher, die Behandlung wäre in China besser? Ich will ihn hier nicht vorverurteilen, ich denke auch, dass er mal ein sehr sympathischer Mensch war, jedenfalls lässt sein Äußeres darauf schließen und das, was er so erzählt. Er scheint sich in China sehr verändert zu haben und Moral, etc. scheint gar keinen Wert mehr für ihn zu haben. Rational ist mir das schon klar, dass die männliche Psyche anders tickt, aber warum sollte er sich als "Looser" fühlen? Was hat Krankheit mit versagen zu tun? Versagen wäre es eventuell, wenn man behandlungsresistent ist und nichts machen lässt. Hoffe, ich konnte noch mal deutlich machen, was mich bei der Sache bewegt und was mir einfach nicht begreiflich wird.
 
 
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Frosch2008
11-mär-09
Hi Steffi, schön zu hören, dass bei Dir alles in Ordnung ist. Allerdings besitze ich eine "männliche Psyche" und daher ist mir nicht ganz klar, was Dich so aufgewühlt hat. Du schreibst, dass er sich in China verändert hat. Zum positiven oder zum negativen? Aber da wird er nicht der einzige sein, der sich hier ändert. Und Moral ist sicherlich etwas, was hier in China nicht großgeschrieben wird und zumindest was unsere westliche (abendländische) Moralvorstellung angeht von den Chinesen auch schon nicht geteilt wird. Manch einer passt sich da eben den Gepflogenheiten im Land an. Wo man mit Hepatitis besser aufgehoben ist in Deutschland oder in China weiß ich leider nicht, dazu kenne ich mich mit der Krankheit nicht aus. Aber ich denke, er wird wohl die Wahl haben, wo er lieber ist. Hattest Du den Eindruck, dass er sich als "Looser" fühlt? Und was hat Dich denn nun aufgewühlt? Das er Hepatitis B hat, dass er freiwillig in China bleibt, dass seine Moral zweifelhaft geworden ist und er (trotz Hepatitis) zum "Friseur" geht?
 
 
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Steffi73
11-mär-09
Hi Frosch,
also er machte einen sehr verbissenen und verbitterten Eindruck, seine Körperhaltung war sehr negativ und die Äußerungen, die er über Chinesen, Ausländer und allgemein machte, waren doch recht feindselig. Vielleicht fühlt er sich als Versager, gesagt hat er dies nicht, aber man könnte natürlich auf den Gedanken kommen. Vielleicht steckt auch eine Depression dahinter... Da würde ich doch mal sagen, dass er sich sehr negativ verändert hat. Was ich einfach nicht verstehe ist folgendes: Hepatitis ist ja nun keine zu unterschätzende Krankheit und kann tödlich enden. Wenn es chronisch geworden ist, dann besteht kaum noch Chance auf vollständige Heilung. Mit der Erkrankung steigt auch die Gefahr an Leberkrebs und Leberzhirrose zu erkranken und die Leber ist jetzt kein ganz so unwichtiges Organ. Will sagen: Es ist doch wohl anzunehmen, dass die Krankheit sich verschlechtert. Wäre bei einer so schwerwiegenden Geschichte nicht Lebensumstände besser, die der Gesundheit zuträglicher sind? Habe gelesen, dass Hepatitis zu Bewusstseinsveränderungen führen kann, vielleicht merkt er es gar nicht (kann ja auch sein, wenn Leute Depressionen haben), keiner sagt was und das war es mit ihm... Wie das halt immer so ist. Ich weiß jetzt aber auch nicht, wie man in einem solchen Fall vorgehen sollte. Klar, wenn einer keine Hilfe will, dann kann man auch nix machen, aber völlig wegsehen?
 
 
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Frosch2008
11-mär-09
Hi Steffi,
dann würde ich wirklich mal eher auf Depressionen tippen. Das passt auch dazu, dass Menschen eine zerstörerische Handlung einnehmen, Selbstmordgedanken pflegen etc. (hast Du nicht gesagt, ist auch nicht auf Deinen Bekannten gemünzt, sondern allgemein gesprochen). Das böse Übel an Depressionen ist, dass man als Außenstehender wenig aktiv zur Besserung tun kann. Um die Depression zu bekämpfen muss der Betroffene es wirklich wollen und dann das Gespräch suchen, um herauszufinden, wo seine Fehlen in der Denkweise sind, wo er sein Verhalten ändern könnte. Als Außenstehender kann man einfach nur für jemanden da sein und ihn nicht aufgeben, auch wenn er sich nicht meldet, abweisend oder ablehnend reagiert. Man kann so jemanden aufmuntern, sich in professionelle Hilfe zu begeben, aber man sollte ihn auf keinen Fall drängen. Wie schon gesagt, der erste Schritt, der Wille, es zu ändern, muss von ihm selbst kommen. Und wenn er Hepatitis schon seit seiner Kindheit hat, wird der die Risiken kennen (werden ihm die Ärze häufig genug vorgegebetet haben) und wie schon jemand gepostet hat, Hepatitis in so frühem Alter, da wird er es geerbt haben. Kein Grund sich als Looser zu fühlen. Man kann mit der Krankheit leben. Pam Anderson hat Hepatitis C und trotzdem bekommt die Männerwelt von ihr feuchte Träume. Ist alles eine Frage des Selbstbewusstseins ... oder ähm, vielleicht auch anderer Attribute?!
 
 
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Steffi73
12-mär-09
Hi Frosch,
was aber doch gegen eine Depression sprechen würde, ist, dass seine sexuelle Aktivität ja wohl offensichtlich noch vorhanden ist. Ich hatte mir schon überlegt, ob eine Suchterkrankung vorliegen könnte, wobei ich auch nicht weiß, was es sein kann, also Alk hat er keinen getrunken. Was ich wirklich merkwürdig finde, ist, dass er so massiv an seiner Arbeit hängt und ihm im Gegensatz seine Frau und sein Familie total egal zu sein scheint. Egal, welches Thema man versuchte anzuschneiden, der kam immer wieder auf die Arbeit zu sprechen. Das war schon ziemlich ermüdend und sehr einseitig. D. h. er hatte an etwas Interesse, was ja auch wieder gegen Depression sprechen würde. Ich finde es wirklich schlimm, dass jemand sich so neben der Spur befindet und man steht machtlos daneben. Eigentlich könnte mir die ganze Sache ja egal sein, was geht mich das ganz an, aber es beschäftigt mich einfach! China scheint mich noch nicht ganz abgestumpft zu haben!
 
 
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Frosch2008
12-mär-09
Hi Steffi,
so ganz kann er ja nicht nur von der Arbeit gesprochen haben, sonst wüsstest Du nichts von seiner Hepatatis Erkrankung, davon, dass er eine Frau hat, und sexuell sehr aktiv zu sein scheint. Dass er dann nicht unbedingt bei seiner Frau Halt findet und vielleicht auch seine Familie mit ihm ein Problem bekommen hat, könnte ich dann verstehen. Dazu kommt noch, dass es ja auch ziemlich unverantwortlich ist, seine Viren im Land zu verbreiten. Und wahrscheinlich nicht bloß beim Friseur oder im Massagesalon. Aber es scheint ja doch ein ziemlich intensives Gespräch gewesen zu sein. Und eine gewissen Attraktivität (abstoßende Dinge finden wir beizeiten ja auch attraktiv) scheint ja vorhanden zu sein. Aber wenn er sich im täglichen Leben schon so zerstörerisch und unverantwortlich gibt, wird er im Beruf auch nicht besser handeln. Da würde mich echt schon interessieren, ob er hier einen ansich verantwortungsvollen Job inne hat. Aber ich bin als Mann wahrscheinlich zu rational und Du als Frau gehst da deutlich mehr von der Gefühlsseite an das Thema. Ist wahrscheinlich so, dass er ein armes Schwein ist und es besser wäre, wenn man sich um ihn kümmert. Das würde ggf. eine Menge seiner potentieller Sexkandidaten davor schützen, sich anzustecken. Und um ehrlich zu sein, mit denen habe ich im Augenblick gerade mehr Mitleid. Den Kerl halte ich für ein Arschloch und wer er es selbst nicht besser will, soll er doch, aber andere nicht noch mit in den Abgrund reißen.
 
 
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Steffi73
13-mär-09
Hi Frosch,
muss einräumen, dass du Recht hast, er hat nich ausschließlich von seiner Arbeit gesprochen, aber es nahm doch einen auffallend großen Raum in seinem Leben ein. Ohne Übertreibung kann ich wohl sagen: Von Work- Life- Balance hat er noch nie was gehört, es sei denn, seine Besuche beim "Friseur" hält er für das Leben.... Aber die anderen Infos musste man ihm schon, wie Bandwürmer aus dem Allerwertesten ziehen... Man fragt ja mal so bei einem Gespräch, ob jemand verheiratet ist, oder was man so für Hobbies hat, wo man schon überall war, etc. Da sagt er mir doch glattweg, dass er für Hobbies und Urlaub keine Zeit hätte, er müsse arbeiten. Er ist Manager und leitet hier eine kleine Firma, so gesehen wird er wohl einen "verantwortungsvollen" Job handeln. Aber vielleicht ist er ja im Büro anders und ein ganz fürsorglicher Vorgesetzter, oder meinst du, tatsächlich, wer sich privat so verhält, der bringt beruflich auch nichts auf die Reihe? Er tut mir schon leid und ich denke, dass er in seinem tiefsten Inneren schon ein sympatischer, netter Kerl ist- anderseits kann man derartige Gespräche ja auch immer nutzen, um sich selbst zu überprüfen, wie man so im Leben steht.
 
 
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Frosch2008
13-mär-09
Hi Steffi, abschließend betrachtet, kann ich nicht sagen, ob oder ob nicht der Kerl in seinem tiefsten Inneren ein sympatischer, netter Kerl ist. Das einzige, was ich über ihn weiß, entstammt Deinen Aussagen. Ich kann Dir auch nicht sagen, ob er im Beruf ganz anders ist als privat. Andererseits, wenn er nicht gerade schizophren ist, ändert der Mensch meist seine Charakterzüge nicht. Übrigens habe ich nicht gemeint, dass wenn jemand sich privat wie ein Arschloch benimmt, dass er beruflich deswegen nichts auf die Reihe bringt. Es ist leider so, dass viele beruflich als Arschloch sehr wohl Karriere machen, weil all zu häufig soziale Kompetenz mit Rücksichtslosigkeit verwechselt wird. Na ja, mein Typ wäre er auf jeden Fall nicht und das unabhängig von seiner Hepatitis B Erkrankung (was ja Name des Threads ist). Ich steh nicht auf Leute, die eine Frau zuhause haben und hier Sex zu ihrem neuen Lieblingshobby machen. Nichts gegen Sex, ich finde das ist sehr wohl eine interessante Freizeitbeschäftigung, wenn man einen passenden Sparringspartner hat. Wer allerdings hier Asien als Trainingslager sieht, da habe ich persönlich schon mein Problem mit. Und ich habe ein Problem mit Leuten, die für die Arbeit leben. Ich mache meinen Job sehr gerne, aber verheiratet bin ich deswegen damit noch lange nicht. Und in der Freizeit bin ich ganz froh mal neue Impulse zu erhalten, andere Gesprächsthemen und muss nicht aller Welt mitteilen, was ich doch für ein Held in meinem Job bin und wie viel Zeit ich denn dort verbringen, so dass nichts mehr für Freunde, Familie und mich selbst übrig bleibt. Ein Physikprofessor von mir hat mal in einer Vorlesung gesagt, "Leistung ist Arbeit pro Zeit, d. h. wenn Leute Ihre ganze Zeit bei der Arbeit verbringen, zeugt das nicht von einer hohen Leistung". Aber was mich viel mehr interessiert, wenn Du schreibst "anderseits kann man derartige Gespräche ja auch immer nutzen, um sich selbst zu überprüfen, wie man so im Leben steht.", wo stehst Du denn selbst im Leben?
 
 
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Steffi73
16-mär-09
Hi Frosch,
ich kann es nciht glauben: Du hast ein Problem damit, dass jemand China als Selbstbedienungsladen in Sachen Sex ansieht??? Du hast ein Problem damit, dass jemand seine Frau in Shanghai betrügt?? Dafür gibt es nur folgende Erklärungen: a) du bist eindeutlich dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen, b) du bist zwar ein Mann, aber du stehst nicht auf (chinesische) Frauen, c) du bist erst ganz kurz in China.... Das sind ja hier mal erfreulich neue Töne - sonst werden die deutschen Ehefrauen doch beschimpft, beleidigt und betrogen, als gäbe keine Morgen. Hut ab, wenn es tatsächlich deine Meinung ist und du das auch noch in ein paar Monaten, bzw. Jahren so siehst!
Um deine Frage zu beantworten, wo ich im Leben stehe: Man vergleicht sich immer mit anderen und ich hinterfrage dann Verhaltensweisen, wenn ich etwas positives bei anderen bemerke, versuche ich mir was ähnliches anzueignen, wenn ich negative Eigenschaften erkennen, schaue ich auch bei mir und versuche mich da zu verbessern. Ich arbeite auch gerne, ich arbeite auch gerne an mir, aber Arbeit alleine ist nicht alles, Freunde, Familie sind wichtig, Hobbies und Dinge, die einen Input geben. Nur Arbeiten macht nachweisbar arm und einsam.
 
 
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Frosch2008
16-mär-09
Hi Steffi,
es ist definitiv b), aber nicht, dass ich Frauen generell nicht zu schätzen wüsste, und ich bin schon seit einem Jahr hier.
Und zu dem, wo Du stehst, hast Du zwar Deine Vorgehensweise erklärt, aber nicht, wo Du stehst. Also, um das Beispiel von Deinem Bekannten aufzunehmen, um den es sich ja hier dreht. Was hast Du denn positives an ihm bemerkt, was nachahmenswert wäre. Und wie sieht das mit dem Spiegel aus, welche eigenen negativen Eigenschaften hat er Dich an Dir erkennen lassen. Deinem ersten Eintrag nach, warst Du aufgewühlt, was für mich heißt, dass er etwas bei Dir ausgelöst und Du nicht aufhören konntest, darüber nachzudenken und Du darüber reden wolltest. Warum der Post hier und kein Gespräch mit Freund(en)?
Ich habe insbesondere hier in Schanghai schon die Erfahrung mit Frauen gemacht, die hier ohne Partner nach Schanghai gekommen sind und eine Managementposition innehaben. Erst einmal finde ich es ziemlich tough, dass sie diesen Schritt gewagt haben. Aber es ist wohl in der Tat so, dass die Welt ungerecht ist und Frauen in Managementpositionen mehr arbeiten und mehr leisten müssen, um anerkannt zu werden. Mir fällt dann aber auf, dass diese häufig, ihre Mitarbeiter als Freundeskreis hier ansehen, weil man viel Zeit mit Ihnen verbringt, zu Hochzeiten und anderen Veranstaltungen eingeladen wird. Persönlich haben sie nicht mehr die Zeit, sich um eigene soziale Kontakte zu kümmern und bleiben eher zuhause. Und da hast Du 100% recht, hier verarmt und vereinsamt man. Ich weiß von mir, wie einfach der Weg ist und wie viel anstrengender es ist, sich ständig aufzuraffen, und die Kontakte, die ich hier gewonnen habe, zu pflegen und neue dazuzugewinnen, weil ja leider viele auch nach kurzer Zeit wieder das Land verlassen. Ich halte das hier für die weitaus größere Herausforderung als den Job, den ich hier mache.
 
 
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Steffi73
17-mär-09
Hi Frosch,
ja, mich hat das Ganze wirklich sehr beschäftigt und tut es auch immer noch. Was ich für mich aus dem Gespräch mitgenommen habe, ist, dass man doch viel dankbarer sein sollte - für Freunde, für Familie, für das Leben allgemein... nichts ist selbstverständlich und man sollte sich doch öfters mal prüfen, denn wie nachgewiesen, ist der Auslandsaufenthalt doch eine ziemliche Herausforderung für die Psyche, d. h., dass es vermutlich in China auch eher zu Depression, Suchtverhalten, etc. kommt. Viele verstellen sich extrem, ahmen alles chinesische nach, ob es passt oder nicht, authentisch sollte man doch schon irgendwie bleiben, sonst wirkt es doch schnell ziemlich lächerlich.
Was ich wirklich immer noch nicht nachvollziehen kann, ist dass mein Bekannter nicht nach Deutschland zurückgeht, denn irgendwas stimmt mit ihm wirklich nicht (außer der Hepatitis), habe mal nach seiner Frau gegoogled und war total erstaunt... dachte, die Frau wäre häßlich wie die Nacht, fett wie Yabba the Hut und dumm wie Bohnenstroh - aber nein: Im Gegenteil... Frage mich, wie eine solche Frau es so lange mit einem solchen Mann aushalten kann!? Er ist, glaube ich, ein ziemlicher Idiot - hat schon eine super Frau, die gut aussieht und erfolgreich ist und wirft das für eine schnelle billige Nummer und ein "erfolgreiches" Leben in China weg - glücklich wirkt er aber dennoch nicht! Daraus ziehe ich für mich persönlich, dass Geld und Karriere allein nicht unbedingt glücklich machen, sondern dass auch soziale Werte zählen. Ich würde die Karriere so extrem vor alles andere stellen, wenn du dich nichts anderes mehr interessiert, dass ist schon krank. Und das ist wieder ein Punkt, an dem ich mich selbst überprüfen kann, ob ich auch zu viel arbeite - ja und ich muss dir recht geben, als Frau muss man wirklich mehr leisten als Männer, merke ich auch immer wieder, aber das kann man, ähh... frau auch als besondere Herausforderung ansehen. Wie lange willst du in China bleiben? Der Großteil der Leute geht ja nach 4 Jahren, dann ist bei der Allgemeinheit die Luft raus...
 
 
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Frosch2008
17-mär-09
Hi Steffi,
ich gehöre hier wohl zum Großteil der Leute, weil ich erst einmal einen Vertrag für 3 Jahre mit der Option auf Verlängerung bis zu 5 Jahren habe. Ob danach die Luft raus ist, wie Du sagst, kann ich Dir im Augenblick nicht sagen. Ich war vorher 2 Jahre in Nordamerika und die Luft war raus, weil ich nur noch im Flugzeug gesessen haben. Und wenn Du nur noch unterwegs bist, hast Du gar keine Chance mehr soziale Kontakte aufzubauen. Hier bin ich immer noch viel unterwegs, aber meine Prioritäten haben sich geändert, dass nicht der Job die Oberhand gewinnt, sondern sich alles die Waage hält. Und da ist die Herausforderung sich auch nach einem anstrengenden Arbeitstag, nach einer Dienstreise noch aufzuraffen, sich mit Freunden zu treffen, zu telefonieren oder E-Mails zu schreiben. Es ist natürlich deutlich bequemer, sich hier eine chinesische Freundin anzulachen, die zuhause (sie zieht ja schnell ein) auf einen wartet und einen dann umschwärmt. Allerdings sehe ich das nicht als Nachahmen allem Chinesischen an. Es ist mehr so, dass viele Expats sich die Rosinen aus allen Kulturen herauspicken. Aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen, mein Ding ist es nicht. Ich stehe mehr auf Nachhaltigkeit als auf die schnelle Nummer, habe im Ausland festgestellt, wie "Deutsch" ich denn wirklich bin. Ich respektiere die Kultur und die Leute in diesem Land, weil ich hier nur zu Gast bin und ich merke auch, wie fremd mir das Denken und das Benehmen mir häufig vorkommt. Aber wenn ich mich dem Anpassen würde, wäre ich nicht mehr ich, dies hieße die Werte und Prinzipien, die ich habe, über Bord zu werfen. Und wie Du schon schriebst "authentisch sollte man doch schon irgendwie bleiben, sonst wirkt es doch schnell ziemlich lächerlich".
Aber ich kann verstehen, dass es Dich beschäftigt, wie ein Mann dazu kommt, nach China zu gehen, Frau (hübsche Frau!) in Deutschland zurückzulassen und sich hier schwerpunktmäßig um drei Dinge zu kümmern, 1. Arbeit, 2. Arbeit und 3. als Ventil Sex. Wenn es Dich so beschäftigt, warum er nicht nach Deutschland zurückgeht, hast Du ihn doch sicherlich nach seinen Beweggründen gefragt, oder? Ich möchte hier jetzt nicht spekulieren, denn mir würden sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten einfallen. China ist convinient, während die Frau zuhause (wenn auch noch erfolgreich) wohl selbstbewusst ist, hat er hier ein leichtes Spiel. Zumal daheim die Hepatitis Erkrankung wohl auch noch deutlich mehr im Fokus stehen wird und er hier keine Rücksicht auf andere zu nehmen braucht, was sehr schade für die anderen ist. Das er nicht glücklich dabei ist, kann ich mir vorstellen. Denn im Grunde wird er wissen, dass dieses Verhalten falsch ist.
Wie lange bist Du schon in China und wie hast Du Dich mit dem Land arrangiert, Kontakt zur Familie zuhause zu halten und soziale Kontakte hier aufzubauen. Es macht den Anschein, dass Du länger als der Großteil hier bist oder planst zu sein. Wie gehst Du damit um, dass Leute kommen und gehen?
 
 
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PaulundPaula (Gast)
17-mär-09
Hi Ihr beiden Suessen,

langsam komme ich mir wie ein Voyeur vor- wollt Ihr nicht Eure Konversation privat fortsetzen? Fuer uns ist es natuerlich superspanned, aber so ein bisschen Privatsphaere...?! Nur kleine Anregung.

Scheint, Ihr habt in D geografisch recht stabil gelebt. Es ist doch super, dass die Abwechslung quasi vorprogrammiert ist. So kann man endlos hier bleiben, ohne dass es langweilig wird :-). Oder, wie es in einem meiner Lieblingsgedichte heisst:

"Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewohnheit sich entraffen."

Na, thevoice, jetzt kommt Dein part :-).
 
 
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Steffi73
18-mär-09
Hi Frosch,
du bist eindeutig im Vorteil (im Vergleich zu vielen anderen Expats in China), da du bereits ein anderes außereuropäisches Ausland erlebt hast. Wer einmal einen Kulturschock (gehe mal davon aus, dass der auch Nordamerika zu erwarten ist), dann wieder zurück nach Deutschland gehst, dann kommst du ja auch erst mal wieder auf ein "Normallevel" und reflektierst erst mal. WEnn du dann einen erneuten Auslandsaufenthalt vor dir hast, dann hast du schon Vergleichsmöglichkeiten und läufst nicht ganz so stark Gefahr, dass dich der Kulturschock in voller Breite erwischt. Für viele, die nach China kommen, ist das auch der erste Auslandsaufenthalt und wenn du nicht darauf vorbereitet bist, was auf dich psychisch zukommnen kann, dann kann das ganz böse enden. Ich denke auch, dass man erst im Ausland seine eigenen Wurzeln richtig kennenlernt. Man wird auf einmal mit Sitten, Werten, etc. konfrontiert, die teilweise komplett konträr sind, zu dem, was man in Deutschland jahrelang eingebläut bekam. Die deutschen Werte haben in China plötzlich auch keine Allgemeingültigkeit. Gut, damit erklärt sich natürlich schon, warum viele plötzlich hier Identitätskrisen bekommen und "komisch" werden.
Viele betrachten das Leben in China als sehr unwirklich und mir geht es teilweise nicht anders. Ich bin jetzt seit mehr als 5 Jahre in China, spreche Chinesisch (wenn auch nciht perfekt), finde viele Dinge sehr schön und vermisse bei Deutschen teilweise bestimmte Eigenschaften, andererseits gibt es auch ganz viele Dinge, die jetzt nicht so der Brüller sind. Aber das hat man ja überall auf der Welt - es gibt kaum einen Ort auf der Welt, wo alles perfekt ist... Ich versuche regelmäßigen Kontakt zur Familie und zu Freunden nach Deutschland zu halten, so oft wie es geht, mit ihnen zu mailen oder zu telefonieren. Außerdem bin ich relativ häufig in Deutschland, sodass der Kontakt nicht ganz verloren geht. Die ständige Fluktuation ist halt auch so ein Problem, dass viele Expats nennen. Mittlerweile sind alle meine Freunde, die ich zu Beginn kennengelernt habe, wieder in Deutschland. Wie lange ich bleiben werde, ist nicht noch nicht absehbar, aber auf ewig wird das nicht sein, so viel kann ich schon eindeutig sagen! Was den Aufenthalt angenehmer macht, ist, immer offen zu bleiben und nicht zu versuchen, eine Milliarde Chinesen ändern oder missionieren zu wollen. Ich sehe den Aufenthalt auch als persönliche Bereicherung - halt, wie ich immer versuche, aus Begegnungen was für mich persönlich herauszuholen.
Ja, ich habe ihn nach seinen Beweggründen gefragt, da wurde er ziemlich ärgerlich und nannte seine beruflichen Möglichkeiten als Grund - wenn man gleich so einen vor den Latz geknallt kriegt, ist man dann nicht mehr so motiviert, direkt weiter zu bohren, vermutlich beschäftigt mich die ganze Sache daher so. Da gibt es ein böses Geheimnis, dass aufgedeckt werden muss:-)
 
 
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Steffi73
18-mär-09
@PaulundPaula

Schön, dass du noch da bist! Ein gepflegtes Gespräch hebt das Niveau und bereichert ungemein, also klink dich ein und folge unserem Vorbild.

Wie definierst du "geografisch stabil"?
 
 
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Frosch2008
18-mär-09
Hi Steffi,
nobody´s perfect. Die Deutschen sind es nicht, die Chinesen sind es nicht (und by-the-way die Amerikaner auch nicht). Und Menschen ändern sich nur, wenn sie es selbst wollen, wenn sie selbst erkannt haben, dass ein Verhalten (für sie) schlecht oder unangepasst ist. Menschen ändern sich niemals, weil ein anderer das will oder verlangt. Das ist wohl schon alleine eins der Hauptübel bei Partnerschaftsproblemen, weil in einer Beziehung immer einer meint, den anderen ändern zu können. Und was dort schon nicht klappt, wo (hoffentlich) liebende Menschen zusammen sind, das wird in einem fremden Land mit fremder Kultur schon gar nicht funktionieren. Und erst recht nicht eine Milliarde Chinesen. Ich wundere mich daher immer über die Arroganz von uns als Ausländer in einem fremden Land, dass wir uns das Recht herausnehmen, darüber zu entscheiden, was richtig und was falsch ist. Würden wir uns in Deutschland von einem Chinesen sagen lassen, dass es gute Sitte ist, laut zu rülpsen und zu schmatzen beim Essen? Ich für mich persönlich finde es unangenehm und häufig auch ekelig. Ich persönlich kann es nicht nachvollziehen, dass es die chinesischen Frauen zulassen, dass sich die besserverdienenden eine Freundin nebenbei ?halten?. Aber das mag daran liegen, dass ich eben nicht hier aufgewachsen bin und dabei andere Wertbegriffe und Moralvorstellung anerzogen bekommen habe. Schade finde ich, wenn Ausländer dieses dann mitbekommen und einfach sagen, ?warum nicht, wenn alle das hier machen?. Ich finde, man wirft ein Stück seiner selbst damit weg. Aber ich muss schon zugeben, es gehört schon sehr viel Selbstdisziplin dazu, zu sich zu stehen. Ich bin in 8 Ländern im Asien/Pazifikraum tätig und wäre schwer überfordert, mich in jedem Land anzupassen. Darüber hinaus ist Shanghai nicht China, das macht es einfach zu sich selbst zu stehen. Darüber hinaus sind wir beide in der glücklichen Situation auch noch relativ häufig nach Deutschland zu kommen und dort Kontakt zu Freunden und Familie zu halten. Das gibt Stabilität!

@Paula: Übrigens habe ich auch in Deutschland nicht geografisch stabil gelebt. So wie ich heute ständig in Asien auf Achse bin und vorher in Nordamerika, habe ich auch in Deutschland an vielen Orten gelebt (Kaufbeuren, Nürnberg, Oldenburg, Essen, Darmstadt, Paderborn). Aber in einem gebe ich Dir recht, ich hatte und habe eine Heimatstadt in Deutschland, wo ich niemals weggekommen bin und immer wieder zurückkehren kann, wo ich Freunde und Familie habe, die mich jederzeit auffangen. Andererseits beruht so etwas auf Gegenseitigkeit, Freundschaften müssen auch gepflegt werden. Bei manchen genügt ein Kontakt pro Jahr, andere verlangen mehr Zeit.

...

*snip* Hilfe, die Posts werden ja immer länger! *snap*
 
 
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Frosch2008
18-mär-09
(Fortsetzung)

Übrigens sehe ich meinen Aufenthalt hier auch als persönliche Bereicherung, denn ich kenne wenige Menschen, die daheim in Deutschland geblieben sind, die sich um solche Dinge Gedanken machen. Die meisten Menschen in unserem Alter haben einen gesetzten Freundeskreis und ein Jahr um das nächste bleibt gleich (wenn einen nicht gerade Schicksalsschläge treffen). Hier bleibst Du jung und das Leben ständig eine Herausforderung. Man muss lernen zu sich selbst zu stehen, immer den Kontakt zu alten und neuen Leuten zu halten, damit man nicht irgendwann alleine ist. Man ist Ausländer und versucht, sich mit der fremden Kultur zu arrangieren. Aber ich denke, es wir der Tag kommen, wo man sich entscheiden muss, ob man Teil der Kultur wird und ein fremdes Land zu seiner neuen Heimat erklärt oder irgendwann dahin zurückkehrt, was man als Heimat empfindet. Mit 5 Jahren bist Du schon ziemlich lange hier, aber Du sagst ja selbst, dass es nicht auf ewig sein wird.

Steffi, wenn Dein Bekannter Dir nur sehr harsch und nicht wirklich befriedigend auf Deine Frage geantwortet hat, kann ich verstehen, dass Dich das beschäftigt. Ich finde so etwas auch bohrend, warum ist ein Mensch so, wie er ist. Es muss ja nicht immer gleich ein böses Geheimnis sein, vielleicht geht es ja auch um Erlösung! Aber wieso meinst Du, dass Du die Antwort hier im Forum findest? Wir können ja auch nur spekulieren und versuchen, sämtliche Stereotypen, die wir hier in China kennen gelernt haben auf ihn anzuwenden. Ich schwanke immer so zwischen riesengroßem Arschloch und armer Sau. Aber letztendlich wird er nur den Schlüssel liefern können. Ich denke, die Antwort mit den beruflichen Möglichkeiten ist nur die Spitze des Eisbergs. Aber jeder muss halt für sich sehen, wie er die Prioritäten in seinem Leben setzt. Es gibt mehr als genug Menschen, denen der Job wichtiger ist als Frau, Kinder, Familie, Freizeit.

P.S. Ich sollte lernen, mich kürzer zu fassen!
 
 
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PaulundPaula (Gast)
18-mär-09
Frosch hat ja schon eine super Definition von "geographisch stabil" gegeben. Mit den Freunden ist das so eine Sache, ich habe aus besonderen Umständen heraus einen äußerst innigen Freundeskreis von 12 Leuten seit sehr vielen Jahren. Wir hatten uns alle in einer Stadt X kennengelernt. Dort lebt aber inzwischen keiner mehr. Bis letztes Jahr lebten noch 2 Leute in derselben Stadt, aber inzwischen sind alle irgendwo in D oder der Welt verstreut. Wir halten seit Jahren "nur" online Kontakt mit Treffen ungefähr aller 5 Jahre, insofern könnte ich nicht sagen, wo ich hinsollte, da mir nahezu alle gleichlieb sind.

Ich habe aber auch festgestellt, daß viele Leute hier nur "funktionieren" und Antworten auf Fragen wie Deiner gestellten beim besten Willen nicht antworten können, weil sie sich damit nicht auseinandergesetzt haben.

Ich glaube, dass die Kategorien "Riesenarschloch" und "Arme Sau" gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Ich kenne Leute, die passen bequem in beide, aber niemanden, der mit sich im Reinen ist, sich als glücklich bezeichnet und gleichzeitig in beide Kategorien passen würde.
 
 
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PaulundPaula (Gast)
18-mär-09
uhhhh, hoffentlich versucht kein Chinese, aus meinem letzten post deutsche Grammatik zu lernen...
 
 
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(thread closed)

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