SHENZHEN
Finale
Tischtennis
Sensation
Olympia
Corona
Endspiel
Massentests
Deutschland
Elefanten
Shein
Inzwischen
Marke
Dauersieger
Wuhan
Jahre
Shenzhen
Pressespiegel
31°C
Wetter
Bello38
JOMDA8837
captainpike36
MattMatt32
shanghai1131
rehauer31
RalphLee30
Okin30
Thespatz29
 
Harald_S28
2. Bundesliga
Tippspiel Top-10
China
Umfrage
Treffen

  |  
 
 neue antwort neue antwort | zurück übersicht
aw: Es tat weh I   guter beitrag schlechter beitrag
SinaSina
13-sep-06
Ich denke, Frauen tragen so gut wie immer noch bei jeder Beziehung letztlich die größere Last, nehmen das sehr ernst und bringen sich mit ihrem ganzen Leben ein, viel mehr noch als die Männer - ohne hier jemandem auf den Schlips treten zu wollen.
Unser persönlicher, familiärer, und eben auch soziokultureller Hintergrund, d.h. bei meinem Mann und mir, ist nun mal sehr, sehr verschieden, viele dachten, das kann nicht gutgehen. Und ich glaube auch, dass ich mich nie für ihn hätte interessieren und ihn als Partner in Betracht hätte ziehen können, wenn ich nicht schon "sowieso" sozusagen "auf dem Chinatrip" gewesen wäre und mich intensiv mit dem Land und dadurch mit einem beträchtlichen Teil seiner persönlichen und familiären Historie auseinandersetzt hätte BEVOR ich ihn traf. Denn all diese Gräben nur mit ein bißchen vergänglicher Romantik, Erotik/Exotik, Abenteuerlust überwinden zu wollen, also ich glaube nicht, dass das geklappt hätte.
Was nicht heißt, dass wir eine Garantie für die Ewigkeit haben, aber 15 Jahre haben wir ja schon mal ganz gut durch alle Stürme und Fährnisse bestanden und sind jetzt in den "normalen" Gewässern angelangt, wo man natürlich auch immer noch kentern kann, wenn's blöd läuft...
Was ich halt meine - versucht Euch nicht zu ärgern über die chinesische Familie, auch wenn Euch manches schräg vorkommt. Wenn man sich unvoreingenommen bzw. tendenziell positiv mit Land und Leuten beschäftigt, dann bekommmt man auch viel mehr Dinge mit und sieht auf einmal vieles in einem anderen Licht, kann auch besser verstehen und einordnen. Vielleicht bleibt auch mal das eine oder andere schräg, oder man muss irgendwo bei allem Wohlwollen eine Grenze setzen, aber das sollte wohlüberlegt sein und nicht aus einem oberflächlichen Ärger heraus. Rituale wie die eingangs erwähnten Sauforgien erfüllen eine Funktion, das Mittel mag mäßig gut gewählt sein, aber bestimmt geht es nicht in 1. Linie darum, jemanden zu ärgern, der tiefere Sinn heißt sicher nicht "Angriff".
 
 
aw: Es tat weh I   guter beitrag schlechter beitrag
mitbewohner
14-sep-06
@sinasina
recht interessant, dass mal von einer anderen Seite zu sehen.
Noeoe, dass "Saufgelage" war sicher kein Angriff, sondern Test. Und in D gibt es ja diesen Initiation-Ritus auch (und in anderen Laendern ist das definitiv noch schlimmer). Es war ein Test, ob ich bereit bin, mich darauf einzulassen. Die Anmache an meine Freundin war auf jeden Fall auch ein Test. Die meissten Freunde meiner Freunde waren von einem Auslaender als Freund maessig begeistert. Zumal es sich nicht um SH, BJ oder GZ handelt, sondern um tiefste Provinz handelt. Mit chatten wir und sie helfen mir, fuer mein Freundin Ueberaschungen vozubereiten.

@unqualifizierten Kommentaren
Lest den ersten Teil, dann wisst ihr wenigstens den Hintergrund.
 
 
aw: Es tat weh I   guter beitrag schlechter beitrag
SinaSina
15-sep-06
@ mitbewohner
hab da jetzt was nicht ganz kapiert - wenn du Ausländer bist, dann sind doch deine Freunde mit einem Ausländer befreundet? Aber deren Freunde wiederum halten nix von Freundschaften zu Ausländern??
Bei uns damals hatten die allerwenigsten "bevor ich kam" überhaupt Erfahrung oder Kontakt zu Ausländern, war auch in der "Provinz". Ich hätte genausogut eine Außerirdische sein können. Hat oft überhaupt keinen Spaß gemacht, ständig Aufsehen zu erregen, aber eins war merkwürdig: Zuerst hab ich mir immer Sorgen gemacht, mich nur ja nicht falsch zu benehmen, und wenn ich bei Chinesen zu Gast war, hatte ich nach 1-2 Stunden Kopfschmerzen ohne Ende. Bis ich irgendwann gemerkt habe, dass ich mich eigentlich benehmen konnte wie ich wollte: Von deutschen Manieren wussten die Chinesen nichts, haben mich also nicht daran gemessen, ob ich geschmatzt oder mit den Ellbogen auf dem Tisch gegessen habe, und dass ich die chin. guten Sitten beachte, hat man von mir auch nicht erwartet. Im Gegenteil, man hat mich als Gast aufgefordert, mich nach dem Essen hinzulegen und dergleichen, ich fand das rührend, wie sehr die Leute sich bemüht haben, dass es mir gut geht und ich mich wohl fühle, und da ging es nämlich gerade nicht um irgendwelche steifen, formalen "Benimmregeln".
Das fand ich im täglichen Umgang so angenehm und davon hab ich mir auch einiges abgeguckt. Vor allem interessiert es mich seitdem auch nicht mehr sehr, ob einer gute "Manieren" hat oder schmatzt und schlürft - das Herz, sich umeinander zu kümmern, ist wirklich viel wichtiger. In der Hinsicht bin ich sehr chinesisch geworden. Z.B. bin ich aus meiner alten Firma schon über 2 Jahre weg, aber die - nicht nur chin.! - Kunden fragen immer noch nach mir und schwärmen von der Aufnahme und Betreuung, die sie bei uns bekommen haben. - Äh, wollte jetzt eigentlich nicht mich in den Himmel loben, sondern eher eine Lanze brechen für die chin. Art des zwischenmenschlichen Umgangs (wenn man sich kennt, wohlgemerkt...).
 
 
Seite 1 2

(thread closed)

zurück übersicht