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Mittagspause auf dem Mekong (1)
Von Kristin Haug und Verena Töpper
Übersicht

Conny Bartl, 39, zieht lieber alle paar Jahre in ein anderes Land, als ein Haus mit Garten zu kaufen oder Kinder zu bekommen. Zurzeit wohnt sie in Katar und pendelt für ihren Beruf in die Antarktis.

Als meine Freunde in Bayern Bausparverträge abgeschlossen, geheiratet und Kinder bekommen haben, bin ich fast jedes lange Wochenende durch Asien gereist. Ich hatte gerade meinen ersten Job in Shanghai als Sales Managerin eines Fünf-Sterne-Hotels begonnen, und meine Freunde dort wollten genau wie ich viele neue Orte kennenlernen.

Ich war Anfang zwanzig und wurde als blonde junge Frau noch von vielen Chinesen angestarrt, manche machten Fotos mit mir, und Mütter fragten mich, ob ich ihr Baby halten könnte, weil sie es toll fanden, dass eine Europäerin es auf dem Arm hat, das war etwas Außergewöhnliches. Ungefähr 16 Jahre ist das jetzt her.

Ich liebte Shanghai damals, alles war in Bewegung, ständig war etwas los. Doch nach drei Jahren begann ich, die Natur und die Ruhe zu vermissen. Als mich die Brunches und Massagen in den Luxushotels nervten, wusste ich, dass ich woandershin musste. Ich bin damals für zwei Wochen nach Australien geflogen, stieg in Melbourne aus dem Flugzeug und sah zum ersten Mal seit Jahren wieder knallblauen Himmel. Ich verliebte mich sofort in diese grüne Stadt am Meer mit dem europäischen Flair, und mir war klar: Hier will ich leben. Also beschloss ich, meinen Urlaub dafür zu nutzen, mir in Australien einen Job zu suchen.

Anstatt zur Great Ocean Road fuhr ich in ein Einkaufszentrum und kaufte mir einen Hosenanzug. Anschließend klapperte ich ein Fünf-Sterne-Hotel nach dem nächsten ab: Ich ging zum Hotel-Empfang und bat um ein Gespräch mit dem Personal- oder dem Sales-und-Marketing-Leiter. Tatsächlich hatte ich so in den zwei Wochen 30 Vorstellungsgespräche in Melbourne und Sydney, wo ich ohnehin den zweiten Teil meines Urlaubs verbringen wollte.

Meine Gesprächspartner schätzten meinen Mut, doch die Antwort war immer die gleiche: Sie könnten mich wegen der schwierigen Einwanderungsregeln und Visumsbestimmungen nicht einstellen. Also flog ich zurück nach Shanghai und tröstete mich damit, es wenigstens probiert zu haben.

Eine Woche später erhielt ich einen Anruf von einem Hotelmanager. Er sagte mir, er fand meine Eigeninitiative toll und würde mich trotz aller Hürden gerne für einen Job in Brisbane einstellen. Dort hatte der Hotelmanager keinen geeigneten australischen Kandidaten gefunden, und so war es leichter, ein Visum für mich zu beantragen. Ich sagte sofort zu, ohne die Stadt zu kennen. Zwei Monate musste ich noch in Shanghai arbeiten, bis meine Kündigungsfrist durch war, und dann zog ich nach Australien.


 
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